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Die Garten-Architektur
Entstehung
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Fig. 4.

»Von dem freilich fehr kleinen, aberallerliebft und intereffant angelegten Gartenkönnen wir nicht umhin, unferen Lefern eineaus durchaus (icheren Elementen conftruirteReftauration (Fig. 4 2 ) vorzulegen, welche beffer,als unfere Schilderung es vermögen würde, dem-felben einen Eindruck von der Anmuth diefestraulichen Plätzchens verfchaffen wird. Da zurAnpflanzung von Bäumen und Gefträuchern zuwenig Raum vorhanden war, hat man fich be-gnügt, einen unregelmäfsigen, und nur ein paarStufen über den Säulengang / erhabenen Sand-platz mit gemauerten Behältern für Erde zurBlumenzucht zu umgeben und die fehlendenBäume auf die Hinterwand zu malen, wo fie,von zahlreichen, bunten Vögeln belebt, dieAusficht zu erweitern und zu begrenzen fcheinenfüllten; denn fchwerlich wird die Täufchungdurch diefe gemalte -»belle vuei unter freiemHimmel fehr grofs gewefen fein. Zwei kleineTreppen 2 u. 2 führen an den beiden Endenin diefen Garten; neben der einen derfelbenbefindet fich am fchmalen Ende der Cifternen-brunnen j>, von dem aus eine Wafferrinne un-mittelbar hinter den Säulen gefüllt wurde,welche zum Begiefsen der Blumen diente unddie fich ajn entgegengefetzten Ende in einBaffin 4 erweiterte. Das breite Ende des Gar-tens nimmt ein gemauertes Triclinum j ein,wie wir ein ähnliches fchon in einem viel klei-neren Haufe gefunden haben. Auch dasjenige,von dem wir hier reden, wie jenes früher be-fprochene, war von einer Weinlaube befchattet,wie unfere Reftauration fie zeigt, was durchdas Vorhandenfein der Stützen und der Löcherfür die Balken oder Latten der Decke unwider-fprechlich erwiefen ift. In der Mitte diefergemauerten und bemalten Ruhebänke fteht nochder Fufs eines fteinernen Monopodiums, eines einbeinigen Tifches, deffen Platte allerdings zertrümmert iit.Ganz nahe neben der einen Bank des Triclinums und auf der Grenze der Laube fteht an der Wand einAltar 6 , auf welchen man die Libationen ausgofs; etwas weiterhin fpringt aus der Wand ein luftigerStrahl Trinkwaffer aus der ftädtifchen Leitung 7, füllt ein Becken, in dem man wohl die Flafchen edlenWeines kühlte, und aus diefem ein zweites Becken im Boden, welches das Waffer in das Baffin 4 abführte« 3 ).

Kleiner Garten zu Pompei.

M

2. Kapitel.

Garten-Architektur der Renaiffance in Italien.

Aus diefen Befchreibungen können wir fchliefsen, dafs der antike Garten derRömer alle Elemente aufzuweifen hatte, die heute noch in unferen modernen An-lagen gebräuchlich find, wenn die Römer auch nur Traditionen aus älteren Culturen

-) Nach: Overbeck, J. Pompei in feinen Gebäuden, Alterthümern und Kunftwerken. Leipzig 1855. — 4. Aufl.:5 ) Nach ebendaf.

Kenn-zeichnung

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