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Die Garten-Architektur
Entstehung
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Gartenanlagen in Herculanum ausgegraben, die man leider wieder zufchüttete.Winkelmann, der bei den Ausgrabungen anwefend war, hat die folgende Befchrei-bung davon hinterlaffen.

Sendfehreiben von den Herculanifchen Entdeckungenan den Herrn Heinrich Reichsgrafen von Brühl.

§ 45-Nahe an diefem öffentlichen Platze lag eine Villa oder ein Landhaus nebft zugehörigem Garten,welches fich bis an das Meer erftreckte; und in derfelben find die alten Schriften, von welchen in demletzten Abfchnitt diefes Stücks geredet wird, und die Bruftbilder von Marmor in den Vorzimmern derverftorbenen Königin, nebft einigen fchönen weiblichen Statuen von Erz gefunden. Ueberhaupt ift zumerken, dafs das Gebäude diefer fowohl, als anderer Villen an diefem und an anderen benachbarten Ortennebft anderen Wohnungen nur von einem einzigen Stock gewefen. Diefe Villa fchlofs einen grofsen Teichein, welcher 252 Neapolitanifche Palmen lang und 27 breit war, und an beiden Enden war derfelbe ineinen halben Zirkel gezogen. Rund umher waren, was wir Gartenftücke nennen, und diefer ganze Platzwar mit Säulen von Ziegeln, mit Gyps übertragen, befetzt, deren 22 an einer und an der längften Seiteftanden und io in der Breite. Oben aus diefen Säulen gingen Balken bis'in die Mauer, die um denGarten gezogen war, und diefes

machte eine Laube um den Teich. Fig. 3.

Unter derfelben waren Abthei-lungen zum Wafchen oder Baden,einige halbrund, andere eckig,wechfelweife. Zwifchen den Säu-len ftanden erwähnte Bruftbilderund wechfelweife mit denfelbendie weiblichen Figuren von Erz.Um die Mauer des Gartens hervon aufsen war ein fchmalerWaffercanal geleitet. Aus demGarten führte ein langer Gang zueiner offenen, runden Loggia oderSommerfitz am Meere, welche25 Neapolitanifche Palmen vomUfer erhöht war, und von demlangen Gange ging man vier

Stufen zu dem runden Platze hinauf, wo oben gedachtes fchönes Paviment oder Eftrich von Marmoafrikano und von Giallo antico war. Es befteht daffelbe aus zweiundzwanzig Umkreifen, die fich gegenden Mittelpunkt verjüngen, von keilförmig gehauenen und abwechfelnden Steinen, in deren Mitte einegrofse Rofe ift, und dient jetzt zum Fufsboden in dem zweiten Zimmer des Herculanifchen Mufeums; eshält 24 römifche Palmen im Durchmeffer. Um diefen Fufsboden ging eine Einfaffung von weifsem Marmor,von anderthalb Neapolitanifchen Palmen breit, welche beinahe einen halben Palm höher lag. Es war diefesWerk, wie oben gefagt ift, 102 Palmen unter der Erde und mit der Lava des Vefuvs bedeckt. Aufserder Bibliothek war in diefer Villa, fo viel ich habe erfahren können, ein kleines, völlig dunkles Zimmer,etwa von 5 Palmen lang, nach allen Seiten, und an 12 Palmen hoch, welches mit Schlangen bemalt war,woraus zu fchliefsen wäre, dafs es zu dem Eleufinifchen geheimen Aberglauben gedient hätte, welches einfchöner Dreifufs von Erz, den man hier fand, wahrfcheinlicher macht.

Aufserdem wiffen wir durch Seneca, dafs die Römer von geheizten TreibhäufernGebrauch machten, in denen fie im Winter Rofen zur Blüthe brachten und wo dieTrauben im Frühjahr zur Reife gelangten.

Nach Alledem, was wir vom monumentalen Sinn der Römer der Kaiferzeitund von ihrer raffinirten Lebensweife kennen, dürfen wir fchliefsen, dafs ihre Garten-anlagen wahre Mufter von grofsartiger Anordnung waren. Mit welcher Sorgfaltund Liebe aber der Garten auch bei befcheidenen Häufern angelegt war, erfahrenwir aus der folgenden Befchreibung der Cafa di Salluftio in Pompei.

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Garten-Decoration nach einem Wandgemälde zu Herculanum ').

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