Deutsche Exlibris-Sammlungen. ^ tj t
Genealoge linden auf Bibliothekzeichen vielfach Auf-schlüsse über Daten, Personen, historische Thatsachen,über den wahren oder zur Schau getragenen Charakterdes Exlibris- und Buchbesitzers, über die Richtung seinerStudien etc., Beiträge zur Geschlechts- und Heimats-kunde, sowie Belehrungen über die verschiedenstenTechniken.
Eine Exlibris-Sammlung nützt auch wesentlich bildenddem Stilistiker und denen, die es werden wollen; dennnichts zeigt die einzelnen Stilarten und Geschmacks-änderungen von der Gotik bis heute so deutlich, wieeine chronologisch geordnete, grössere Exlibris-Sammlung,und nicht nur der Fachtechniker , sondern auch jederGebildete unserer Tage muss heute von solchen Dingenetwas verstehen. Kurz: Eine gutgeordnete Exlibris-Sammlung ist ein wertvoller Formenschatz und ein reich-haltiges Musterbuch der letzten 4 Jahrhunderte. So er-giebt sich denn eine Fülle von Gründen und Gesichts-punkten , von denen aus betrachtet es erklärlich ist,warum heutzutage so viele Exlibris-Sammlungen inDeutschland, Oesterreich, Schweiz, England, Frank-reich, Italien, Holland, Belgien, Portugal, Schweden,Dänemark , Russland, Nordamerika,- sogar in Chile undAustralien bestehen.
Die älteste Exlibris-Sammlung dürfte eine in Irlandum 1750 angelegte irische Kollektion sein (heute inLondon); die nächsten englischen sind die der MissJensons in Bath von 1820 und die des Geistlichen DanielParsons in der Abtei Downside, begonnen vor 1833.In England und Frankreich bestand in den 60 er und70er Jahren des 19. Jahrhunderts schon eine Reihe vonSammlungen; 1874 gab es in Paris bereits deren 20.