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Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
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522 Allgemeines.

des Besitzers sind und nur als Erinnerungsblätter an eineim Buch vorkommende Person oder an einen Ahnendienten. Das Charakteristischste für die Bezeichnung»Porträt-Exlibris« ist, dass das betreffende Exlibris dasBildniss des Buclibesitzers zeigt.

Bei manchem, der sich ein Exlibris mit seinem Eben-bild machen liess, mag das Motiv etwas Eitelkeit oderder Wunsch gewesen sein, sich auf lange Zeit bildlichzu verewigen; doch giebt das Exlibris des Johann Spiess-heimer gen. Cuspinianus*), von Schweinfurt, von c. 1520selbst den Grund für ein Porträt-Exlibris früherer Zeitan: »Cuspinianus ut fures, si posset, arceat, hie suamimaginem posuit«, also die Absicht, mit grösserem Nach-druck »in effigie« an die Buchrückgabe zu mahnen unddie Nichtrückgabe oder den Bücherdiebstahl zu ver-hindern. Direkten oder indirekten Erben einerBüchersammlung wird es immer interessant sein, dasBildniss des früheren, verwandten oder bekannten Biblio-thekbesitzers aus den Büchern herausblicken zu sehen.In England und Amerika findet man ebenfalls öftersPorträt-Exlibris, in Frankreich auch, jedoch weniger.

Bei Bestimmung von Porträt-Exlibris muss man vor-sichtig sein; denn besonders Exlibris der Neuzeit ent-halten häufig Brustbilder oder Köpfe, die der Phantasieentsprungen sind und nur einem allgemeinen bildnerischenSchmuck dienen. Eine Unterabteilung Hesse sich ausdenjenigen Exlibris bilden, die Porträts von historischhervortretenden Personen aufweisen, die Bezug auf diebetreffende Fachbibliothek haben, den Besitzer selbstnicht darstellen und nur mit zur Ausstattung des Ex-

*) E. r,. z. 11. 3. s. 20 u. m. 35.