84 Allgemeines.
Als Beweis für diese beliebten »Anleihen« dienendie Exlibris V. A. Holzschuher, Nürnberg, Stich von JostAmman (»J. A.«), 1580 und Vfamit, Nürnberg, Stichvon II. Sibmacher (»11. S.«), von c. 1600, aufweichendie oberen Putten die gleiche Form und Stellung haben;ferner gleicht dieses Pfaudt-'Exü.bna von H. Sibmacherim ganzen Aufbau wiederum dem Exlibris Julius (ieuder,Nürnberg, Stich von J. Amman, ausserdem ähneln H.Sibmachers Exlibris Heugel und Bekam in der ganzenAnlage stark den J. Ammanschen Exlibris Märtz, Wellerund I faller. Das Gesagte gilt auch für AmmansSchüler H. Troschel und 11. Hauer.
Andresen sagt in seinem »Deutschen Peintregraveur«,1864, II, S. 332: »Einzelne Produkte Ammans und Sib-machers kommen in der Nadelarbeit einander so nahe,dass es schwer, ja fast unmöglich ist, sie zu scheiden,wenn sie nicht bezeichnet sind.«
Da wir Bibliothekzeichen dieser Kleinmeister späternoch kennen lernen, sind hier aus dieser Periode nochkeine Abbildungen gegeben. An jüngeren Heispielenseien hier einige herausgegriffen:
2 Exlibris des Praemonstratenserklosters Oberzeilbei Würzburg des Abts Georg VI. Fasel (1738—47) unddes Abts Oswald Loschert (1747—85), von Gutwein, sindsich in allem ganz gleich, ausgenommen im Mittelschild;der zweitgemannte Abt hat die Exlibris-Kupferplatteseines Vorgängers im Mittelschild (Pcrsonalwappen : Kleeund Stern) auskratzen und sein eigenes Wappen (Pap-pelbäume unter Sonne) hineinsetzen lassen.
Ein Motiv: Knabe mit Buch und Feder an Rokoko-untersatz, darauf Wappen, Kupferstich, ist »nur« 5malbei 5 verschiedenen Besitzern des 18. Jahrhunderts nach-