50 Allgemeines.
Der sog. »Bücherfluck« bezog sich nicht nur auf dasVerleihen der Bücher, sondern auch auf die, welche beider Benützung Titel änderten, Texte kürzten oder fälsch-ten, oder Irrtümer, z. B. in die Heilige Schrift ein-schmuggelten. Bücherflüche sind schon sehr alt; so er-scheint ein solcher schon um 410 im Rulinus; dann vonSeiten des Verfassers des Sachsenspiegels, um 1240;auch gegen Nachdrucker und Uebersetzer wenden sichBücherflüche im 17. und 18. Jahrhundert in deutscherund hebräischer Schrift.
Gegen Bücherdiebe lautete in der Vaticana derpäpstliche Bann: »Si quis secus fecerit, libros partemvcaliquam abstulerit, extraxerit, clepserit, rapseritque, carp-serit, corruperit dolo malo, illc a ridelium communioneejeetus, maledictus anathematis vineulo colligatus esto.A quoquam praeterquam Romano Pontilice ne absolvitor!«
Das handschriftliche Exlibris der Mönche vom be-rühmten Berg Athos bedrohte Bücherdiebe mit demFluch der 12 Apostel und aller Mönche*).
Eine Excommunicationsandrohung gegen Bücher-diebe durch Spezialbulle Papst Clemens' VI. enthältdas Exlibris des Benediktincrklosters St. Peter in Salz-burg von c. 1706**); eine andre Excommunications-androhung das Exlibris der Brüder Johann G. I). Gott-fried und Aegidius Gelen, Geistliche zu Köln i(> . .***).
/'". Dass auf Exlibris auch allgemeinere, sich auf denInhalt und Nutzen der Bücher beziehende Sentenzen,Spruche und Verse als Inschriften angebracht wurden,
*) v s'- „Zeitschrift für Bücherfreunde", 1897, 2. S. 101 und E.L. X. VIII. S. 127.
**) Wortlaut: E. L. 7.. VI. S. 46.***) Wiedergegeben in Lempertz, Bilderheftc, Exlibris, Tafel IV. 3,