Über deutsche und englische Heraldik. 39
Die alten heraldischen Tinkturen (vgl. S. 27) sind:
a. Gold oder Gelb, b. Silber oder Weiss, a und 1»werden »Metalle« genannt;
c. Rot, d. Blau, e. Grün, f. Schwarz; neueren Da-tums, aber in Schilden kaum mehr gebräuchlich sind:
g. Purpur, h. Braun, i. Eisenfarbe.
Man darf nie Metall auf Metall, oder Farbe aufFarbe setzen; Metall muss immer auf farbigem Grundeund umgekehrt stehen. Wird ein Wappen nicht mitwirklichen Farben dargestellt, so gebraucht man die sog.Schraffierung oder Farbenbezeichnung, welche seit 1638besteht; dieselbe ist zu vorstehenden Punkten a—g aufder Tafel der Seite 27 unter Figur 23 dargestellt. Beibesonders inhaltsreichen Wappen oder sehr kleinenZeichnungen lässt man die Schraffirung am besten weg,um nicht zu Überfüllen ; ebenso bei plastisch ausgeführtenWappen, nichtminder bei Wappen, die im mittelalterlichenStile gezeichnet werden, weil umdieseZeit die feststehendeSchraffierung von 1638 noch nicht erfunden war.
Da man es in der Zeit der guten Heraldik nichtliebte, grosse leere Schildflächen vor sich zu sehen, sobenützte man gern zur Ausfüllung des Schildes dieDamascierung oder Musterung, die eine grössere, leereFläche mit ornamentalen Verzierungen, Ranken, Schnör-keln bedeckt, die aber kein besonderer Teil eines Wappenswar und ebensogut auch wieder weggelassen werdenkonnte. (Vgl. S. 40 Niederaltaich, Abbildung.)
Sog. redende Wappen sind solche, deren Figurenmit dem Namen des Wappenherrn deutlich oder mehrversteckt übereinstimmen, z. B.: Rote Burg im Schilde= Rotenburg, Fisch im Schild = Fischer, Hose imSchild = Hos, u. s.
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