38 Allgemeines.
Kress von Kressenstein, Nürnberg, Kupferstich, c. 1650,auf" dem die Namenspatrone, der heilige Christophorus undder heilige Hicronymus neben den Schild gestellt sind.
Mit dem Vorstehenden ist die ältere Art des»Wappens« erschöpft.
Neuere7.vA\\dXc\\ sind die oben(S. 24ff.)schon erwähn-ten Ratlgkronen und die verschiedenen Hüte der geistlichenWürdenträger; in Deutschland und Oesterreich hat derKardinalshut beiderseits unten je 5 Quasten, der Erz-bischofshut je 4, der Bischofshut je 3; ferner vielerleiOrden und Ehrenzeichen, Wappenmäntel und Wappen-zelte, Devisen und Wahlsprüche.
Aus den ursprünglichen, mit dem Wappen oder denSchildfarben nicht zusammenhängenden Lanzenfähnchenwurden später die Banner und Standarten, welche oftWappenbildcr ohne Schild oder Teile des Wappens ent-hielten; Fahnenbildei sollen stets nach der Fahnenstangehinsehen; erst die modernen Kavallerie-Lanzenfahnendes deutschen Reichs zeigen feststehend die betreffendenLandesfarben.
Der Ursprung des Wappenwesens fällt in die Zeitum 1150, nach welchem Jahre auch die ältesten be-kannten deutschen Siegel erscheinen. Der älteste be-kannte Helmschmuck ist der des Königs Richard I.von England.
Die seit dem 14. Jahrhundert erscheinenden Haus-marken waren zuerst persönlich, dann erblich : Sie sindaus Stäbchen, Kreuzchen und überhaupt geometrischenFiguren zusammengesetzt, waren ohne Umrahmung undbilden kein »Wappen«; doch können sie, wenn man siein einen Schild stellt und mit Farben versieht, einWappen vertreten.