Druckschrift 
Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36 Allgemeines.

fliegend ausgehreitet; später ward es teils wirklich ingewissen Formen ausgeschnitten, »gezaddelt«, teils nurso gezeichnet. Mitte des 15. Jahrhunderts sieht mansie auf Darstellungen bereits blattartig ausgeschnitten,teils bandartig, teils mit Enden wie die gotische Kreuz-blume. Ende des 15. und im 16., auch im 17. Jahr-hundert sind die Helmdecken akanthusartig gezeichnetund werden, 1 nachdem man auch hier den ursprunglichenZweck aus dem Auge verloren hatte, immer schwülstigerund üppiger. Die Decken zeigen in der Regel dieSchildfarben. Die dekorativ wirksame englische Sitte,die Helmdecken mit heraldischen Figuren (Lindenblättern,Sternen, Herzen) zu bestreuen, ist in Deutschland nichtbekannt.

Stellt man den Schild mit Helm dar, so gehörenauch unbedingt Helmzier und Helmdecken zum Helme.

Schildhaltcr (auch Schildwächter) sind kein not-wendiger Bestandteil eines deutschen Wappens, siewaren willkürlich und nicht notwendig erblich und kom-men schon frühzeitig vor (bei bürgerlichen Wappen erstum 1456). In Deutschland kann man, wenn man über-haupt Schildhalter wählt, eine Verleihung ausgenom-men je nach Belieben, Stil der Darstellung und Raumsein Wappen von einem oder zwei Schildhaltern haltenlassen. Am meisten findet man in Deutschland alsSchildhalter Löwen, doch auch Hirsche, Greife, Bären,Hunde, Einhorne, ferner Engel, Heilige, wilde Männerund Frauen, Landsknechte, Ritter, Jungfrauen etc. Inden Fällen der Neuzeit, in denen bei der Wappenver-leihung, im Gegensatz zu früher, bestimmte Schildhalterausdrücklich mit verliehen werden, führen die betreffen-den Familien meist nur mehr diese.