1 8 Allgemeines,
Freude an Wappen gerade in Frankreich herrscht, sowerden doch dort bei der Zeichnung eines alten oderneuen Wappens jetzt viele Fehler gemacht und Stile,Perioden und Jahrhunderte so durcheinander gemengt,dass man von einer Beachtung heraldischer Hauptregelnin Frankreich nicht mehr oder nur in Ausnahmefällenreden kann. Der Grund hiefür ist in erster Linie indem Mangel eines modernen heraldischen guten Hand-buchs in Frankreich zu suchen, das die alten, gutenMuster und HauptrcgeXn wieder zu allgemeinerer Kennt-nis bringt und den Ballast hässlicher, jüngerer Zuthatenüber Bord wirft. Man hält sich dort zu sehr an zopfigeKegeln und vernachlässigt dabei die künstlerische undstilistische Seite der Heraldik. Anders liegt dies inDeutschland und England, deren Heraldik viel Ver-wandtes in sich birgt. Namentlich in den Hauptregelnund in denen des Mittelalters ähnelt sich das Wappen-wesen beider Länder sehr. Nur in den letzten zwei Jahr-hunderten ist die englische Heraldik in engere Fesselngelegt worden, und viele nun feststehende Kegeln sindhinzugekommen, während hierin in Deutschland mehrFreiheit geblieben ist und es hier genügt, die altenHauptgrundsätze im Auge zu behalten. Beide Länderhaben im Wappenwesen Ende des 18. und Anfang des19. Jahrhunderts gleichzeitig einen Niedergang in derSchönheit der Wappendarstellung und im Geschmack zuverzeichnen, was eben der Mode und dem Zeitgeist jenerPeriode entspricht. Und bei beiden Ländern ist auch, beiDeutschland etwas früher als England, im letzten Viertel-jahrhundert eine gemeinsame Kückkehr zum guten altenGeschmack, zum älteren Stil bemerkbar, was derSchönheit der Darstellung nur nützlich ist; ich erinnere