Herstellungsarten. 13
Neben dem Holzschnitte blühte der Kupferstich amkünstlerischsten im 16. Jahrhundert; er wurde auch im17. und 18. fast ausschliesslich angewandt. Wenn erauch im Anfang des 19. Jahrhunderts noch oft vorkommt,so ist doch ein Rückgang in der Zahl wie in der Technikund in der Schönheit der Ausführung zu verzeichnen.Nach 1871 griff man auch bei den Exlibris wieder aufden neuerdings hochgeschätzten Kupferstich und dieRadierung zurück, wenngleich diesen beiden Arten inden billigeren modernen Vervielfältigungsmanieren er-folgreiche Rivalen entstanden sind. Doch ist immerhinseit 1871 eine stattliche Anzahl moderner und hervor-ragender Stiche zu verzeichnen, die nur in Einem, näm-lich in der Zahl, von England übertroffen werden *).
Der verwandte Stahlstich ist nur bei ganz wenigenExlibris nachzuweisen, während Steindruck, Lithographie,bei vielen Bibliothekzeichen des 19. Jahrhunderts, be-sonders in letzer Zeit benützt wurde. Am Schluss des18. Jahrhunderts von AI. Senefelder-München erfunden,ist der Steindruck heute auf eine sehr hohe Stufe der
*) An ausgezeichneten Abdrücken von den alten Ortginalplattenbringt die deutsche Exlibris-Zeitschrift gute Beispiele, so in VI. 4 II.Baumgartner c. 1530 (von B. Beham), IV. 4 Hallsr von Kaitenbuchc. 1600, III. 4 G. S. Coler d. Aelt. und d. J. c. 1617 und 1643, IV.
1 M. Gerum c. 1640, V. 3 S. von Birken c. 1670 und Fr. Frhr. vonNesselrode c. .695, IV. 1 J. M. von Stalburg c. 17.9, VI. 3 StiftRaigern 1874 etc. An modernen Stichen, ebenfalls von den Original-platten: III. 4 C..L. Becker (von diesem) 1S93, III. 3 Adolf undAlbertine Ihchofen von Echt, 1889 und 1893 (von C. L. Becker), IV.
2 und IV. 3: 8 Exlibris der kaiserlichen Reichsdruckerei Berlin, 1894(von P, Voigt), VII. 1 W. Kode, .897 (von M. Klinger), IX. 1 W.Feliing, 1S98 (von Er. Stassen), IX. 4 Helene Schuessler, 1S99 (vonI... Kühn).