Druckschrift 
Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

Herstellungsarten. I I

15- Jahrhunderts erinnert; doch wurde der Holzschnitterst im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts von Be-deutung und erreichte seine höchste künstlerische Aus-bildung am Anfang des 16. Jahrhunderts unter AlbrechtDürer. Zeichner und Holzschneider waren manchmaleine Person, doch dürfte die Regel gewesen sein, dassein besonderer Holzschneider dieZeichnung einesAnderen,des Malers oder Zeichners, ausführte. Für den Holzschnittbesonders thätig waren Albrecht Dürer, Hans Holbeind. J., Lukas Cranach, Hans Burgkmair, Hans BaidungGrün, der Engländer Bewick, der Erfinder des modernenHolzschnitts, bis herauf zu Ludwig Richter und HugoBürkner, von denen Allen Exlibris herrühren.

Die Holzschnitt-Exlibris kommen hauptsächlich inschwarzem, seltener in braunem Abdruck vor, jedochauch und dies gilt insbesondere für Deutschland-häufig mit der Hand bemalt] teils roh und flüchtig vonunkundiger Hand, teils sauber und mit künstlerischemGefühl.

Am meisten wurde der Holzschnitt bei Exlibris im15- und 16. Jahrhundert angewandt; neuerdings findensich ebenfalls wieder in Holz geschnittene Bibliothek-zeichen*).

*) Prächtige Beispiele alter Holzschnitt-Exlibris sehen wir in derdeutschen Exlibris-Zeitschrift, Jahrgang I XI, wo zahlreiche hand-bemalte und schwarze Exemplare in tadelloser Treue wiedergegebensind, so z. B. in II. 2 Radigunda Gossenbrot, geb. Eggenberger c. 1502,in II. 3 Christof Scheurl c. 1500, und Wiguleus Hundt von Lauterpach1556, im III. 1 Joh. Ras gen. Koester 1491, Propst Georg von Heilig-kreuz, Augsburg 1567, in III. 2 Tannstetter c. 1485, in III. 4 VitusTuthsenhauser 1542, in IV. 3 W. Hering 1536 und K. Peutinger 1516,in IV. 1 und V. 4 Weihbischof M. Vatli von Konstanz 1529, Johann