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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
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und Bildung vereinigen. Hierdurch aber sind die Einrichtungen auf das voll-kommenste gerechtfertigt, welche unsere weisen Vorfahren bei der Wieder-herstellung der Wissenschaften den gelehrten Schulen gegeben haben. Denndas schien ihnen eine ausgemachte und unbestrittene Wahrheit, daß von denGriechen zuerst und dann von nacheifernden Römern nicht nur in allenGattungen der Wissenschaft und Kunst edle und musterhafte Werke gebildetworden, sondern daß auch das Leben und Tun der Alten in den Zeitenihrer Blüte wunderbar würdig und der Nachahmung wert sei. Und habennicht alle folgenden Zeiten trotz ihrer kühnen Fortschritte zur Vortrefflich-keit dieses Urteil immer von neuem bestätigt? Haben nicht die glänzendenJahrhunderte der Literatur die Fackel ihres Ruhmes an den Altären des Alter-tums angezündet: und ist nicht jedes Volk, wenn es von Selbstbewunderungberauscht, seiner edlen Führer entraten zu können wähnte, in Nüchternheitoder aufgedunsene Schwätzerei herabgesunken? Auch sie fanden viel-leicht in ihrem Zeitalter, wie wir in dem unsrigen, mehr als einen Schrift-steller, den die Zeitgenossen bewunderten, manchen vielleicht, der durchFülle und Art des Stoffes sowie durch die zeitgemäße Behandlung den Geistbelebte und anzog; aber nicht dem unbewährten und hinfälligen Ruhme derSterblichen, die wie die Blätter zahllos im Frühling sprießen und schnell ver-welken, sondern den Unsterblichen, die wie Herkules auf den Höhen des Oetadie Feuerprobe der Zeiten bestanden hatten, wollten sie die Bildung der Ju-gend anvertrauen; ewige Muster der Schönheit wollten sie ihnen aufstellen;Göttergestalten der Freiheit und Weisheit, die mit den Füßen den Boden derNatur, mit dem Scheitel den Himmel berühren und in dem Gedränge der Nach-ahmer immer höher emporzusteigen scheinen.-------Dürfen wir uns wundern,

wenn jener Zeit ein männliches und starkes Geschlecht erwuchs, das durchGestalt und Geist den Ernst seiner frühen Bildung beurkundet? Lassen Sieuns die Spuren verfolgen, die uns jene Würdigen hinterlassen haben! LassenSie uns, statt über die Entartung der Zeit zu klagen, der früheren Zeit nach-eifern und mit ausdauerndem Mute das hohe Ziel einer wahrhaft mensch-lichen Bildung zu erreichen streben! Überzeugen Sie sich, daß es nicht bloßdas Wissen sei, was Sie hier suchen sollen, indem ja das größte Wissen mit dergrößten Verkehrtheit und tiefe Gelehrsamkeit mit zurückstoßender Roheitgepaart sein kann; sondern daß aller Erwerb von Kenntnissen die Bildung und

Veredlung Ihres Gemütes zum letzten Ziele haben soll.--------

Wenn wir das Altertum in seiner würdigsten Gestalt als eine geschlosseneWelt des Edelsten und Schönsten betrachten, was der menschliche Geist,unter den günstigsten Umständen, mit jugendlicher Kraft und männlicherStrenge gebildet hat, als eine Welt der Natur und Kunst, in welcher sich alles,was das menschliche Gemüt erheben, reinigen und befruchten kann, in denmannigfaltigsten und vollendetsten Gestalten offenbart: so kann uns nichtsgleichgültig sein, was diesen heiligen Kreis erfüllt und uns die wundervolleWerkstatt öffnet, aus welcher jene Gestalten hervorgegangen sind. (Friedr.Jacobs, Rede, 7. Dez. 1807.)

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