und gelenker Bewegung wie einen kräftigen und ebenmäßig ausgebildetenKörper im freudigen Bewußtsein seiner Stärke zeigen sollte. Auch ist dieÜbereinstimmung, die Neuere zwischen den Einrichtungen des griechischenChors und Lochos gefunden haben, nicht bloßes Spiel der Einbildung; dergroße Chor ist an Zahl eine Pentekostys, die in zwei Enomotien (Hemichorien)zerfällt; er zieht ebenso in Gliedern heran wie der Heerhaufen und hat ent-sprechende Evolutionen. Beide, Tanz und Kampf, vermittelt die Pyrrhiche,die besonders in Sparta und Kreta geübt wurde: sie war in früherer Zeit weitmehr Vorübung zum Kampfe als später; man sah im Hopliten der Schlachtzugleich den gewandten Tänzer der Pyrrhiche. Darauf deutet Homer, woAeneias den Meriones von Kreta, ein so rascher Tänzer er immer sei, zuerlegen hofft, wie die Thessaler die Kämpfer der ersten Reihe Vortänzernannten und von einem guten Streiter sagten: er hat schön getanzt; darumheißen bei demselben Dichter npuXee? Hopliten, wie bei den Kretern irpuXi?der Waffentanz, es steht aber bei Homer dieser Ausdruck an zwei Stellen,wo Griechen und Troer die gewöhnliche Schlachtordnung verlassen und ihreHelden von den Wagen steigen und sich zu Fuß anscharen, also gerade vonder Kampfweise, die durch die Dorier in Griechenland herrschend gewordenist. — Darum ging der Schlacht der Spartiaten ein Musenopfer voraus, indemman von diesen Gottheiten insbesondere Ordnung und Rhythmus des Kampfeserwartete; so wie man zur selben Zeit in Kreta und Sparta dem Eros opferte,als dem Befestiger wechselseitiger Liebe und Scham. — Über das ganze Lebender Spartiaten im Lager war eine große Unbefangenheit und Heiterkeit aus-gebreitet; und weil die Stadt Sparta gewissermaßen immer ein Lager, war dasLagerleben von dem in der Stadt wenig verschieden. Die Leibesübungen wur-den regelmäßig fortgesetzt und zweimal des Tages vorgenommen, aber mitminderer Anstrengung als daheim: überhaupt war die Disziplin wenigerstreng. Der persische Späher traf die Spartiaten am Abend vor der Schlachtin den Pylen teils mit gymnischen Kämpfen, teils ihr Haar zu strählen be-schäftigt, welches sie von dem Eintritt in das Mannesalter an lang herabwallendtrugen. Jeder bekränzte es, wenn die Schar der Auleten den Angriffsmarschspielte; dazu strahlten alle Schilde der Reihe hell poliert und mischten ihrenGlanz auf eine erhebende Weise mit dem dunklen Rot der Purpurgewänder,die den Kämpfenden zu zieren und das Blut der Wunden zu verbergen gleichgeeignet waren; schön und schauenswert zu fallen war eine Aufmunterungmehr zur heldenmütigsten Tapferkeit. (Karl Otfried Müller, Die Dorier 1824.)
DIE SCHLACHT BEI DEN THERMOPYLEN.
Die beiden Lagerplätze waren nur eine Stunde voneinander; zwischenihnen flössen die Warmquellen. Xerxes wollte kein unnützes Blutvergießenund wartete darauf, daß die Griechen hier, wie in Tempe, abziehen würden.Aber sie blieben und zeigten sich vor ihren Schanzen, indem sie ihre Gliederin gymnastischen Übungen stärkten und ihr langes Haar wie zum Festeschmückten. Am fünften Tage endlich ließ er Truppen vorgehen, um die
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