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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
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fahren und Mühseligkeiten, zugleich das Gemüt zu stählen und zu stärkengegen innerlichen Sturm; sie fanden in ihr feierliche Hoheit und einfache Groß-artigkeit, sich hinneigend nach der Seite des Strengen und Harten, und ent-gegenstehend dem Unsteten, Leidenschaftlichen, Schwärmerischen: alles Aus-drücke, die fast ebensogut die Religion, die Kunst, die Sitte der Dorier zu be-zeichnen gebraucht werden konnten. Die Strenge und Härte dieser Musik, dieschon den spätem Alten als düster und anmutlos erschien und unsern ver-weichlichten Ohren noch mehr so erscheinen würde, hat etwas Auffallendes,verglichen mit dem anmutigen, milden und heitern Charakter, der damalsschon lange in der epischen Poesie herrschte; sie belehrt uns ohne Zweifel ammeisten über den Unterschied der asiatischen und der aus den Gebirgen Nord-griechenlands stammenden Hellenen, die auf angeborne Hoheit der Gesinnungund Kraft der Seele stolz, noch wenig durch Berührung mit Fremden gesänftigtwaren. (Karl Otfried Müller, Die Dorier, 1824.)

GRIECHISCHE MALEREI.

Ich setze voraus, die Malerei habe vor den Griechen unter keinem Volke diewahre Gestalt einer Kunst angenommen, und nie auch eine höhere Stufe derVollkommenheit erreicht, als wohin sie die Griechen erhoben haben. IhreAbsichten und ihr Stil waren von jenen der Neuern sehr unterschieden, un-geachtet das Hauptziel immer die Nachahmung der Natur war.Die alten Griechen hatten so viele Hochachtung für die Schönheit, daß sienur das Schöne in der Natur ihrer Nachahmung würdig hielten, und man kannvon ihnen mit Wahrheit sagen, daß sie den schönen Stil vollkommen gebildetund erhalten haben. Die große Anstrengung, womit die besten Künstler nachder Vollkommenheit in diesem Stücke rangen, hinderte sie, an große Zu-sammensetzungen zu denken, wodurch sich die neuen Künstler Ruhm er-worben haben. Auf den besten Malereien eines Polygnotus, Zeuxes, Parrhasiusund Apelles zeigten sich nur wenig Figuren, und wiewohl diese Künstler inihren Erfindungen sinnreich waren, schränkten sie sich doch nur auf wenig

Gegenstände ein.------- Noch eine andre Ursache, warum die alten Maler

auf ihren Schilderungen nur wenig Figuren angebracht haben, war gewiß auchdiese, weil ein schöner und vollkommener Gegenstand, um in seinem gehöri-gen Lichte aufgestellt zu werden, einen zureichenden Raum verlangt; dennes ist unstreitig, daß die Vollkommenheit der Hauptfigur durch eine Mengevon Nebenfiguren verliert. Weil es die griechischen Maler in ihrer Kunstso weit brachten, daß sie die Aufmerksamkeit einer Nation verdienten, die sogroßen Hang zur Philosophie hatte: so war nichts natürlicher, als daß sie sichszum Grundsatze machten, die Vollkommenheit ihrer Kunst nicht in Nach-ahmung der gemeinen, sondern vollkommenen Natur aufzusuchen, und ebendarum waren sie nicht soviel auf die Menge der Gegenstände, als auf derenVollkommenheit bedacht. Auf diese Art rückten sie Schritt für Schritt baldschneller bald langsamer von der fünfzehnten Olympiade bis in die neunzigstefort, eine Zeit, in welcher sie schon die wichtigsten Feinheiten der Kunst ent-deckt hatten. Allein dieses Wachstum geschah noch nicht in Absicht auf

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