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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
Seite
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Raumes wurde in diesen Jahrhunderten sichtbar, uralte Schichten drängtenherauf, erloschene Feindschaft entzündete sich neu, zu neuen Namen, und deram Indischen Ozean schon über ein halbes Jahrtausend entschiedene Kampfdrang nun nach Westen vor: der Kampf gegen die Gestaltenwelt, gegen dieGötter des Ortes, des Landes, der adligen Geschlechter, gegen die Wesen derErde, des Wassers, des Feuers, der Luft, gegen ihre Söhne die Helden. Es wargegen Alexanders und der Cäsaren Heerzüge nach Osten der unsichtbareGegenzug nach Westen: im Hellenismus war die Saat der Hochzeit von Susaaufgegangen. (Friedrich Wolters, Lobgesänge und Psalmen, 1923.)

VERFALL DES REICHES.

Der in Rom erstorbene militärische Geist erlosch auch bei dem Heer. DieSchätze der Welt wurden Gold für Barbaren, welche den Kern der Legionenausmachten, Feldherren wurden, konsularische Würde bekamen. Die Kurassewurden abgelegt; es schien, man wolle den Truppen das Laufen erleichtern.Die Infanterie nahm ab. Bequemlichkeit mehr als Veränderung des Kriegs-theaters gab der Reiterei den Vorzug. Die von Constantinus in Grenzstädteverlegten Korps wurden Milizen, die sich mit bürgerlichen Gewerben ab-gaben. Sie und Valentinians Burgen vermochten nicht die Feinde aufzuhalten;sie zogen vor ihnen vorbei in das Herz des Reiches.

Oft weigerten sich die besoldeten Barbaren, gegen ihre Landsleute zu streiten,oft verrieten sie ihnen die Römer; da Gewinn ihr einziger Beweggrund war,so zogen sie Raub den Schlachten vor; sobald sie aber wollten, mußten jeneauch gegen die Kriegsregeln geliefert werden. So wurde Constantinus vonSapor geschlagen. So verriet einen geheimen Marsch Valentinians der Rauchder Dörfer, die er sie nicht hindern konnte, abzubrennen.Doch die Rohigkeit der Sachsen", sagt Salvianus von Marseille,die Räu-bereien der Alanen, die Wut berauschter Allemannen, die abscheulichen Wol-lüste der Hunnen, die Treulosigkeiten der Franken, bei welchen EidschwurManier zu reden ist, alle diese Greuel sind nichts gegen das, was wir von denrechtgläubigen Römern zu leiden haben: wenn unsere ungerechten Richterdie Unschuld nicht unmittelbar zu unterdrücken wagen, so haben sie dieKunst, die einfachsten Dinge so zu verwickeln, so hinaus zu ziehen, daß anRechtshilfe nicht zu denken ist: die Kaiser, wenn sie einen Günstling be-lohnen wollen, überlassen ihm einen Zweig der Einkünfte; dann wird er diePest auch des elendesten Dorfs: es ist soweit gekommen, daß wer nicht selberschlimm wird nicht sicher ist." (Johannes v. Müller, Vierundzwanzig Bücherallgemeiner Geschichten, 1811.)

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