>n welches sie ihre äußersten Kräfte gewandt hat, muß sie halb vernichtet undgrausam gemißhandelt sehen. Wem wird hier nicht der Verlust so vielerhundert anderer Meisterstücke derselben zu Gemüte geführt! Aber die Kunst,welche uns weiter unterrichten will, ruft uns von diesen traurigen Über-legungen zurück und zeigt uns, wieviel noch aus dem Übriggebliebenen zulernen ist, und mit was für einem Auge es der Künstler ansehen müsse. (Joh.Joach. Winckelmann, Beschreibung des Torso im Belvedere, 1759.)
ALEXANDER IN TROJA UND BEI JUPITER AMMON.
Mit dem Fußvolk ging der König nach Elaius, den troischen Gestadengegenüber, auf dem Grabhügel des Protesilaos, des ersten Helden, der imKriege gegen Troja gefallen war, zu opfern, damit ihm glücklicher als jenemder Zug gen Osten würde. Dann wurde das Heer eingeschifft; i6oTrierenu nd viele Lastschiffe kreuzten an diesen Tagen zwischen den schönen, imFrühlingsschmuck prangenden Gestaden des Hellespont, den einst Xerxesgejocht und gegeißelt hatte; Alexander, selbst am Steuer seines königlichenSchiffes, lenkte vom Grabe des Protesilaos aus nach der Bucht hinüber, dieseit den Zeiten Achills und Agamemnons der Hafen der Achaier hieß, undan der die Grabhügel des Aias, des Achilleus und Patroklos emporragten. Aufder Höhe des Hellespontes opferte er dem Poseidon, spendete den Nereiden ausgoldener Schale. Dann nahte man dem Gestade; Alexanders Triere war dieerste am Ufer; vom vorderen Bug schleuderte der König seine Lanze in dasLand der Feinde, sprang dann, der erste von allen, in voller Rüstung an denStrand. Altäre, gebot er, sollten fortan diese Stelle bezeichnen. Dann zog ermit seinen Strategen und dem Geleit der Hypaspisten nach den Ruinen Ilions,opferte im Tempel der ilischen Athena, weihte ihr seine Waffen, nahm stattderen von den Waffen des Tempels, namentlich den heiligen Schild, der fürden des Achill gegolten haben mag. Auch am Altare des herdschirmendenZeus opferte er dem Schatten des Priamos, um dessen Zorn gegen AchillsGeschlecht zu versöhnen, da Achilleus' Sohn den greisen König am heiligenHerde erschlagen hatte. Vor allem ehrte er das Andenken seines großen AhnenAchill, er kränzte und salbte des Helden Grab, das Grab des Patroklos seinFreund Hephaistion; dann folgten Wettkämpfe aller Art. Viele, Eingeboreneund Hellenen, kamen, dem Könige goldene Kränze darzubringen, unter ihnende r Athener Chares, der Herr von Sigeion, derselbe, dessen Auslieferung erlm vorigen Jahre gefordert hatte. Zum Schluß der Festlichkeiten befahl derKönig den Wiederaufbau Ilions, gab den Bürgern der neuen Stadt Autonomieu nd Steuerfreiheit und versprach ihrer noch weiter zu gedenken.
In der weiten Einöde Libyens, an deren Eingang das verwitterte Felsenbildder hütenden Sphinx und die halbversandeten Pyramiden der Pharaonenste hen, in .dieser einsamen, totenstillen Wüste, die sich vom Saume des Nu-tzes abendwärts in unabsehbarer Ferne erstreckt, und mit deren Flugsandein glühender Mittagswind die mühsame Spur des Kamels verweht, liegt wie
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