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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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ewige Geheimnis zu ergründen. Aber diese Wissenschaft erbt durch heiligeWeihe von Geschlecht auf Geschlecht und blieb dem Volke als ein köstlichesEigentum bewahrt bis in die fernste Zeit. In diesem Glauben sind die großenTaten der früheren Jahrhunderte vollbracht, in diesem Glauben sind die Decierden Heldentod gestorben, und dadurch erschien der ältere Scipio seinem Jahr-hundert als ein Wesen höherer Art. Und wo frecher Übermut sich dieser Vor-stellungsweise entäußern wollte, da hat Unglück und Mißgeschick die Frevlerbetroffen, und Claudius hat die Verachtung der Götter bei Drepanum schwergebüßt, Flaminius den törichten Übermut mit seinem Leben beim Trasimeni-schen See bezahlt. Mochte Ennius durch Übertragung der Schriften des Euhe-meros bei den Gebildeten neologische Grundsätze verbreiten, mochte Catoin der Auguraldisziplin nichts als Possenspiel und Priesterbetrug erblicken,mochte das Eindringen griechischer Philosophie mehr und mehr das einfacheNationalgefühl verwirren, die Staatsformen, welche der Glaube der Vor-fahren geschaffen hatte, bestanden fort, selbst nachdem der Unglaube alsein Vorzug der neueren Bildung betrachtet wurde. Und wie unvertilgbarin den Gemütern des Volkes jener Glaube gewurzelt hatte, das beweistnoch beim Untergang der Freiheit die Vergötterung des julischen Geschlechts.Diese Überzeugung hat Cicero geleitet, wo er sagt: Zuerst hat Romulus,der Gründer dieser Stadt, nicht nur nach dem Rat der Götter, wie über-liefert wird, die Stadt erbaut, sondern ist auch selbst der beste Weissager ge-wesen. Auch die übrigen Könige haben die Weissager zu Rate gezogen, undnach der Vertreibung der Könige ist nichts im Staate, ohne den Rat der Göttereinzuholen, weder daheim noch im Felde, vollbracht worden. Ja, damit keinMittel, die Zukunft zu erforschen, unbeachtet blieb, haben sie die ganze Lehreder Opferbeschauer aus Etrurien entlehnt, weil sie ihre Wichtigkeit erkannt,sowohl zur Beratung und um günstige Zeichen zu erhalten, als um wunder-bare Erscheinungen zu deuten und zu sühnen. (Joh. Jak. Bachofen undFranz Doroth. Gerlach, Römische Geschichte, 1851.)

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