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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
Seite
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Die laufende Verrechnung. 359

waren auch die letzten Reste davon vernichtet: von den altenVerwaltungsformen waren nur Trümmer oder lebensunfähige Er-starrungen übrig und wie das neue Geschlecht, waren auch dieSchriften und selbst die Schemata der Kanzleien verwildert. DieSchriftzüge Schwarzenbergs zeigen noch etwas wie einen Hauclider alten Zeit, aber die der Kriegs- und Kammerkanzleien sindflüchtig und unordentlich, und die Systeme der Kassenverwaltungenwaren auch den kleinen Ansprüchen der Zeit kaum gewachsen.

Die Regierungszeit Friedrich Wilhelms bedeutet auch fürdiese Dinge einen neuen Anfang. Seine Schrift ist sauber undstreng, sein Satzbau klar und einfach gegenüber den ver-schnörkelten Ungetümen der ständischen Schriften, und wie seinganzes festes Wesen, wirken auch diese Dinge auf seine Beamten:sie gaben bald dem ganzen Schriftwesen der Verwaltung ein neuesBild, das zwar an Stelle der Schönheit nur erst Nüchternheit zusetzen vermochte, aber das, was damals vor allem Not tat, wenigstenszeigte: Ordnung und Genauigkeit! Und wie in das äußere Bild,so kam auch allenthalben in die Formen der Verwaltung wiederOrdnung. Die Zentralisierung der Kräfte machte für die Finanz-verwaltung eine fortwährende angespannte Aufsicht der Zentral-behörde über die Glieder notwendig. In den Bestallungen derKommissariatsbeamten wirddie förmliche richtige Rechnungs-führung" streng gefordert, der Kurfürst ließ sich schon seit 1651wöchentliche Kassenberichte aus der Hauptstadt nachsenden \ undals später die Zentralbehörde ihre Ausgestaltung erfahren hatte,liefen solche Wochenberichte auch von den Kriegskommissaren,welche die Hilfsgelder im Reiche oder im Auslande vereinnahmtenoder verwalteten, an den Generalempfänger ein 2 . Geldsendungenselber mußten vorher angezeigt werden, damit sie sicher übergebenwerden konnten 8 .

Von den Provinzialkriegskassen, den Magazinen und Zeug-häusern liefen monatliche oder vierteljährliche Berichte und Extrakteder Einnahme- und Ausgaberechnungen ein, wie wir im ersten

1 Kurf. an Schede, Colin, 20./30. April 1651. R. 9, BB. a-d. Siehe auchAufstellung vom 8. Mai 1657. R. 21, 34 a, b.

2 Instruktion für den Oberkommissar Becker beim Aachener Kontributions-kontor u. a. R. 24, II 2, fasc. 5.

8 Kurf. an Happe, 5./15. Jan. 1680. R. 9, BB. ad.