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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
Seite
353
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Die Kosten der Kommissariatsverwaltuug. 351

unter Friedrich III. die erwähnte Erhöhung erfuhren'. Auch fürden neuen Generalempfänger Krautt wurde nun eine andere Formder Bezahlung nötig: er erhielt für sich und zwei Kassierer 3000 Taler,nämlich 800 Taler als Kriegsrat, 2000 als Generalempfänger unddie 400 Taler, welche sein Vorgänger aus den Rezepturgeldernerhalten hatte. Den größeren Teil dieser Gelder gab der Kurfürstteils für Verwandte, Freunde, Künstler und treue Diener aus, undzwar so reichlich, daß er sich bald genötigt sah,aus bewegendenUrsachen die Ausgabe bei den bewußten Geldern etwas zurestringieren" und zu befehlen, von allen darauf erteilten undnoch nicht gezahlten oder noch laufenden Assignationen, ohneAnsehung des Zweckes oder der Person bei jedem Quartal, odereiner anderen Auszahlung jedesmal den vierten Teil einzubehalten 2 .

Mit den Gehältern und Rezepturgeldern waren die Kostender Verwaltung noch nicht erschöpft. Seit der Mitte des siebentenJahrzehntes hatte sich in den Provinzen hier und da die Ein-richtung ausgebildet, daß die Oberrezeptoren um die zeitige Be-zahlung der Regimenter zu gewährleisten, Vorschüsse auf dielangsam einlaufenden Steuern, gaben und sich diese Vorschüsseverzinsen ließen 8 . Auch der Generalempfänger Krautt mußtewährend des Krieges häufig große Vorschüsse aus seinem Privat-kredit leisten und führte diese Geschäfte gewiß nicht zu seinemNachteil.

Noch größere Kosten verursachte jedoch der Geldverkehrzwischen den Provinzkassen und der Generalkasse und dieser undden Truppen im Felde, und es bedurfte bei den Münzverhältnissenjener Zeit der größten Geschäftskunde, um dabei nicht bedeutendeVerluste zu erleiden*. In den ersten Jahrzehnten wurde dasAuf- und Wechselgeld vielfach noch den Regimentern, welchen die

1 Grumbkow erhielt 2000 Tl. als Geschenk; an Zulage Cautius 400, Happe300, und 1694 nochmals 800, weil erein Großes verloren habe"; der KassiererFröde 100, Friedrich Kupner und Daniel Kalow in Preußen 800 bzw. 100 Tl.R. 7, 19. R. 9 EEE, R. 24 KK, fasc. 2 u. 3.

Order vom 8. Febr. 1696. Ebenda.

a In Magdeburg gab die Landschaft den Vorschuß mit 68°/o Zinsen, sieheEdikt vom 6. Febr. 1688. Für Cleve vgl. Hötzsch, a. a. 0., 157ff.

4 Der Kommissariatskassierer Stricker schrieb am 12. April 1660 an l'laten,daß die Kontribution in Minden nur in schlechter Münze aufkomme und daß erdafür keinen Reichstaler oder Dukaten um weniger als 4°/o Verlust erhaltenkönne. R. 9, A. 1.