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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
Seite
348
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346 n. Kap., 2. Abschn. Finanzquellen und Kassenverwaltung.

wurde und auch die Geheimen Räte, welche in der Kriegsverwal-tung mit tätig waren, erhielten aus dieser Kasse ihr Gehalt.Unter dem Großen Kurfürsten hetrug es mit dem Kostgeld900 Taler jährlich l , unter Friedrich III. wurde es für Meindersund Eberhard Danckelman auf 2000 Taler erhöht, während PaulFuchs wegenAusfertigung der Militäraffären" 300 Taler erhielt 2 .Das eigentliche Gehalt des Generalkommissars betrug für Platen,etwa dem Range eines Generalleutnants entsprechend, im Kriege4032 Taler, im Frieden 2190 Taler 8 . Für Meinders als Kriegs-und Hofrat 500 Taler, für Gladebeck 3000 im Kriege, für Grumbkow1000 Taler. Dazu kamen im Felde zuweilen noch besondere Ver-günstigungen an Fouragegcldern, die hergebrachten Neujahrsgeldervon den Regimentern und vor allem die Hälfte der Rezeptur-gelder, deren Höhe die der Gehälter bald übertraf und deren steteSteigerung das allmähliche Fallen der Gehälter erklärt; wir werdensie unten im besonderen betrachten.

Die Einnahmen der Generalkommissare waren unter FriedrichWilhelm also sehr bedeutend, und da sie mit 11,7 zu multip-lizieren sind, um den heutigen Geldwert zu erreichen, so ist er-sichtlich, daß sie die Gehälter heutiger Kriegs- und Finanzministermeistens überstiegen. Und damit waren die Einnahmequellenjener Männer noch nicht einmal erschöpft, die damals noch üblicheKumulation der Ämter führte es mit sich, daß sie außer der Ge-heimratsstelle auch noch andere einträgliche Ämter bekleideten:Platen wurde 1600 Hauptmann von Lehnin, dessen Einkünfte erschon vorher genoß, Grumbkow hatte besondere Gehälter alsDragonerhauptmann und als Oberhofmarschall und Meinders bezogals Gesandter neben seinem brandenburgischen Gehalt auch nochfranzösische Pensionen*. Unter Friedrich III. steigerte sich dieKumulation der Ämter eher noch 5 , und Daniel Ludolf Danckel-

1 Die Gehaltsangaben im Folgenden beziehen sich sämtlich auf das Jahres-gehalt, wenn nichts anderes bemerkt ist.

2 Metz- und Lizentrechnungen von 16701697, Gen.-Dir. Kurmark, tit. 278,No. 2. Im Jahre 1698 traten an die Stelle der Genannten der Geheime Kriegs-rat Dobrzensky, Ilgen und Frau Kolbe von Wartenberg.

8 Nämlich zuerst monatlich 300 Tl. Traktament und 36 Tl. Service. Nachder Reduktion vom 29. Mai 1660 für alles nur 183 Tl. R. 9, A. 1.

* Vgl. Prutz, Preuß. Gesch. II, 245246.

6 Schmoller, Behörden-Organisation 126127; Isaacsohn, BeamtentumII, 350.