Im Herzogtum Cleve und der Grafschaft Mark. 203
Spaen, Diest und Römer, dem 1683 Paul Friedeborn folgte ', bildetennur erst „das Rudiment einer kollegialischen Kommissariatsbehörde"und die Regierung behielt noch einen nachdrücklichen Einfluß aufdie Militär- und Steuerverwaltung. Der Anlaß, den das General-kommissariat in den anderen Provinzen so eifrig zur Stärkung derKommissariate auszunutzen verstand, die Einführung der Akzise,versagte in Cleve, weil alle Versuche einer solchen Einführungscheiterten 2 ; die Untersuchungen in Mark über die der Matrikelentzogenen Steuerhufen, welche vor allem Meinders als Kennerder westlichen Verhältnisse seit 1680 durch eine Kommission be-trieb 8 , hatten ebensowenig Erfolg. Um diese Widerstände zu be-kämpfen, fand der Kurfürst in dem clevischen Ständeführer selbst,Johann Albrecht von Wilich-Bötzlar, der sich ihm durch eineReihe von Denkschriften über die Steuermißbräuche empfohlenhatte, den geeigneten Mann: in dem entscheidenden Jahre 1684wurde der damals gerade in Berlin anwesende Freiherr zumClevischen Oberkommissar, Geheimen Regierung*- und Kriegsratund Amtskammermitglied ernannt und unter seiner Leitung eineZusammenfassung der bisher zerstreuten Kommissariatsämter ge-schaffen *. Formell wurde damit in Cleve so wenig wie in Preußenein besonderes Kollegium eingerichtet, das Kommissariat blieb zu-nächst noch eine Art Ausschuß der Regierung, dem Diest, Motz-feld und Holtzbrinck als Regierungsräte angehörten. Aber in denfolgenden Jahren drängte es die Regierung langsam zurück, undals nach dem Tode Spaens (1602) auch die Militärverwaltung, derenLeitung dieser behalten hatte, völlig in seinen Bereich gezogen
1 Best, zum „Rat, und Comnüssarius", Potsdam, 29. Mai/8. Juni 1683, zu-nächst solange Homer leht, als dessen Adjunkt. — Best, zum Kriegsrat undOherkommissar, Colin, C./16. Mai 1686 (Kons. gez. u. verhessert von Grumbkow).Kr. Min., 174.
• Meinders schlug 1674 (Straßburg, 11./21. Nov.) dem Kurfürsten sogar vor,das Heer nach Cleve in die Winterquartiere zu legen, um neben anderen Gründendamit eine nachdrückliche Durchführung der Akzise zu bewirken, (ieh. St.E. 63, 30.
8 Die Akten darüber Geh. St. Gen.-Dir. Grafschaft Mark, tit. 208, Sect. I,1—2. Die Konzepte zeichnet bis 1685 noch hauptsächlich Meinders, seit 1686ausschließlich Grumbkow und Danckelman.
* Hötzsch, IM ff., auf dem auch die folgende Darstellung beruht. Diegenauen Nachweise über die Bestallungen, welche bei Hbtzsch nicht genannt sind,fügen wir aus den Akten des Kriegsministeriums hinzu.