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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
Seite
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Joachim Ernst v. Grumbkow und Daniel Ludolf Danckelman. 121

die stereotype Erwähnung der kurfürstlichen Verordnungen undEdikte ohne Rücksicht auf provinzielle Unterscheidungen zeigteden weiteren Fortgang der Zentralisierung deutlich an.

Aber mitten in seiner Arbeit wurde D. L. Danckelman inden Sturz seines Bruders Eberhard gerissen; zwar rettete die un-leugbare Ordnung seines Ressorts ihn vor einem schlimmen Schick-sal, wie es jenen traf, aber vor dem Verlust seines Amtes be-wahrte ihn weder die Neigung des Kurfürsten, die ihn auf diesenPosten berufen hatte, noch eine fünfundzwanzigjährige treue Dienst-zeit. Denn schon 1672 war der vierundzwanzigjährige DanielLudolf nach einer schneller .Tugendlaufbahn 1 als Erzieher desMarkgrafen Ludwig in brandenburgische Dienste getreten; derGroße Kurfürst, der an dem klugen und heiteren Jüngling Ge-fallen fand, hatte ihn schon 1675 zum Regierungsrat in Halber-stadt gemacht, ihn nach dem Tode des Prinzen näher an sich ge-zogen und zum Hof-, Kammergerichts- und Geheimen Kammer-rat erhoben. Unter Friedrich III., der ihm in gleicher Weisewie sein Vater zugetan war, war er sofort zum Geheimen Kabinetts-rat unter dem neuen Titel eines Mattre des Requetes und balddarauf zum Wirklichen Geheimen Staats- und Kriegsrat ernanntworden 2 . War dieses schnelle Aufwärtssteigen schon geeignet, ihmNeider zu erregen, so hatte seine Ernennung zum Generalkommissarihm und seinem Bruder die erbitterte Feindschaft des GeheimenKriegsrats von Barfus zugezogen, der sich selbst Hoffnung aufdiesen Posten gemacht hatte 3 und durch seine vielfachen Ver-dienste um die Kommissariatsverwaltung auch einen berechtigtenAnspruch darauf zu haben schien. Als Barfus 1691 von seinem

1 Am 8. Okt. 1(548 als Sohn des Kurf. Brandenburgischen und Fürstlich-Oranischen Rates und Landrichters zu Fingen Sylvester Danckelman und derBeate v. Diarenthal geboren, tat er sich seit 1(159 auf dem Gymnasium Illustrezu Steinfurt so hervor, daß er schon 1664 dort und dann in Heidelberg Jurastudieren konnte. Nach Beendigung seiner Studien reiste er bis 1672 mit demGrafen von Lippe-Schaumburg durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich.Gelven, Die von der Zeitlichkeit in der glorwürdigsten Ewigkeit durch denTod versetzte große. Ehren- und Tugend- und Staatssiiulc Daniel Ludolfus LieberBaro a Danckelman (170!)).

2 Isaacsohn, Beamtentum II, '267. Breysig, Die Kommissariate, 146." Holtze, Gesch. des Kammergerichts II, 802.

8 Breysig, Eberhard v. Danckelman, 41 u. 4:!; über Barfus' Fähigkeiten5455.