114 I. Kap., 1. Abschn. Die Entstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.
blieben bis zum Jahre 1G97, dem Ende des Krieges, im wesent-lichen in dieser Form bestehen, wenn auch einige von den Kom-missaren bald hier, bald dort Verwendung fanden \ und währenddes Krieges überhaupt alle Beamten auch der Provinzialkommis-sariate besonders bei Truppenmärschen in der weitgehendstenWeise von der Zentralverwaltung herangezogen und verschicktwurden. Beide Abteilungen des Generalkommissariats gehörtendem Generalstab an und wurden auch in der Hauptsache bei ihmbesoldet, doch wurde die Besoldung während eines Kommandosim Feldkommissariat meistens erhöht. Mit dieser Teilung war inausgebildeterer Weise die Form wiederholt, in der Meinders undBerlepsch, beziehungsweise Gladeheck, die Kommissariatsverwaltungtatsächlich geführt hatten, ohne daß es bei dem geringen Um-fange des Kommissariatspersonals in den 70 er Jahren nominellzu einer solchen Scheidung gekommen wäre; das Generalkommis-sariat „in Berlin" hatte damals etwa nur der OberlicenteinnehmerHappe vertreten, und wenn auch er ins Feld zog, waren dielaufenden Geschäfte eben dort erledigt oder bis zur Rückkehr imSpätherbst aufgeschoben worden.
So lange Grumbkow lebte, behielt er trotz jener Zweiteilungder Geschäfte der Zentralbehörde die Leitung des Ganzen in derHand und war bald im Hauptquartier auf dem niederländischenKriegsschauplatz,bald in Berlin,bald im fernen Königsberg tätig 2 ; am14./24. Dezember unterzeichnete er noch in Berlin die Traktatemit dem Kaiser über die Stellung des Hilfskorps in Ungarn fürdas Jahr 1691, wenige Tage später erlag er den Anstrengungen seinesDienstes in der Nähe von Wesel. Er war der bedeutendste Organi-sator unter den Generalkommissaren unseres Zeitraumes: durchihn erhielt das Generalkommissariat erst die beherrschende Stellungals Zentrale der Steuerverwaltungen sämtlicher Provinzen mit Ein-schluß Preußens und Cleves, er führte die monatliche odervierteljährige Berichterstattung und Kontrolle sämtlicher Mittel-
1 Auch ein Teil der Kommissariatskanzlei wurde wie schon in den früherenKriegen mit ins Feld geführt und in einer besonderen „Kommissariats-Kalesche"befördert. Ihr Transport bis Cleve mit 16 Vorspannpferden wurde 1689 demKaufmann Gottfried Thauten mit 97 Tl. 10 Gr. vergütet. Gen.-Kr. Kassen-Rechnung von 1689.
a So z. B. 29. Aug. 1689 vor Bonn, 10. April 1690 in Königsberg, 2a JWJim Hauptquartier bei Vis» 1 , im Dezember wieder in Berlin.