Franz Meinders und Bodo von Uladebeck. , 101
Kriegsrates begnügen; als Gehilfen sollten ihm eine Anzahl Leutezugewiesen werden, die dein Werke gewachsen wären und denTrieb zu einer „beständigen und richtigen Ordnung" hätten 1 . Inseiner endgültigen Bestallung, die wahrscheinlich am 11. Juli ab-gefaßt, aber auf den 10. Juni zurückdatiert war 2 , wurde er danndoch zum Generalkriegskommissar und Wirklichen Geheimen Raternannt und erhielt damit zwar die ganzen Geschäfte des Kom-missariats übertragen 8 , hatte aber tatsächlich, wenn auch in er-weiterter Form, mehr die Stellung des Otto Wilhelm von Berlepschinne.
Er war wie dieser aus der Grafschaft Höllenstein gebürtig,am 15. Oktober 1G20 als nachgeborener Sohn des Bodo von Glade-beck auf Rohra, Münchenlohra, Wolffleben und Harste geboren,Güter, welche freilich der jüngere Bodo nach den Verlusten desHauses im Dreißigjährigen Kriege zum Teil erst wiedererwerbenmußte. Nach einer guten Jugenderziehung wurde er auf derUniversität Helmstedt Schüler des Hermann Conring, bei demauch der Große Kurfürst sich Rats erholte; nachdem er einigeKriegsdienste getan hatte, ging er als Begleiter des Grafen Johannvon Sayn und Wittgenstein, dem der Kurfürst am 27. März 1047die Grafschaft Höllenstein verschrieben hatte, mit zu den Friedens-verhandlungen nach Osnabrück und wurde nach Wittgensteins TodeGeheimer Kriegsrat und Generalkoinmissar des Herzogs ChristianLudwig von Braunschweig 4 . Als solcher war er schon im November1001 in Berlin gewesen, um mit Jena und Platen über die Elb-
1 Memorial (iladebecks von Perleber^, 28. Juni 1(>7.'>. Geh. St. R. 9, A. 1.
a In der Bestallung ist von der Schwächung der Truppe „bei dem jüngstenTreffen bei Fehrbellin" und von der „Verffiessung des jetztlaufenden MonatsJulii" die Rede. Der erste Refehl zur Auszahlung der Besoldung an Heydekampfist vom 11. Juli. Die Angaben bei Isaacsohn und Breysig sind danach zuergänzen. — Die Kückdatierung auf den 10. Juni geschah offenbar auf denWunsch Gladehecks, der in seinem Memorial vom 28. Juni seine Besoldung vonder Zeit an „da er vorige Dienste quittiret und auf der Reise gewesen," alsowohl von seiner ersten Berufung durch das kurfürstliche Schreiben vom 31. Mai/10. Juni an wünschte, s. Akten No. 16 a u. b.
:l Er schreibt selbst: „Die Militäraffairen, soweit sie ins Kommissariatlaufen." Memorial vom 28. Juni.
4 Er behielt sich auch 1675 vor, daß er gegen die Herzöge von Braun-schweig, sonderlich gegen den Herzog Johann Friedrich zu Hannover, denen ermit Lehns- und Iluldigungsjiflichten verwandt sei, in keinerlei Weise gebrauchtwürde. Memorial vom 28. Juni, Punkt 10.