100 I. Kap., 1. Abschn. Die Entstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.
alten Halberstädtischen Kriegskommissar von Peine, dem clevischenKriegskommissar Franz Römer, die beide jetzt im Felde Ver-wendung fanden 1 , und dem tüchtigen Hofmeister 2 , dem einzigenKommissar, der bei der Zentralverwaltung im Amte gebliebenwar, wurden 1672 wieder der am Ende des Schwedisch-PolnischenKrieges entlassene Eckart 8 und ein neuer besonders in Ver-ptiegungssachen erfahrener Kommissar, Andreas Albrecht Freyberg 4berufen, während das Proviantamt dem ehemaligen OberkommissarEdlinger als dem Generalnroviantmeister anvertraut wurde; dieKommissariatskanzlei bestand aus zwei Kanzlisten und zweiSchreibern 5 . Als endlich der Kampf gegen die Schweden ehereine Vermehrung als eine Verminderung des Heeres zu fordernschien, gab der Kurfürst dem Drängen Meinders' nach und suchteam Anfang Juni 1675 den braunschweigischen Generalkriegs-kommissar Bodo von Gladebeck zu gewinnen, Meinders selbst be-gann die Verhandlungen mit ihm. Aber gerade dessen Bedenkenund Wünsche vor der Annahme des Amtes zeigen, wie wenig be-gehrenswert das brandenburgische Generalkommissariat trotz derbedeutenden finanziellen Vorteile noch war, welche bedrohteStellung es noch immer gegenüber dem Armeekommando hatteund wie sehr es ihm an dem nötigen Beamtenpersonal mangelte.Den Titel eines Generalkomniissars wollte Gladebeck, weil er„durch den leidigen Mißbrauch in so schlechten Zustand geraten,daß sich dessen fast ein jeder scheuet", am liebsten vermeidenund sich wenigstens vorläufig mit dem Titel eines Geheimen
1 Näheres über die beiden s. im folgenden Abschnitt bei den I'rovinzial-kommissaren.
2 Seine Tätigkeit bei der Erhebung des Quartiergeldes für die Generalkassein Anhalt-Zerbst und Quedlinburg s. Gen. Kriegskassen Rech. Kr. Min. 00 u.Geh. St R. 63, 38a. Ein Lob des Kurfürsten über ihn, s. Kurf. an MeindersHauptquart, zu Roor, 11./21. Okt. 1(574. Geh. St. R. (53. 25-2(5. — S. auchUrl<. u. Akt. XIII, 675. — Ebenda S. 471 ist bei den Truppen Spaens einKommissar „Nonnen" erwähnt. Dieser existiert aber nicht, der Name ist viel-mehr verlesen aus Kranz „Römer", dem Ende 1666 im clevischen ernannt«]Kriegskommissar (Hötzsch, 146), dem die Verwaltung der im clevischen statio-nierten Truppenkörper anvertraut war. Vgl. (Jen. Kriegskassen-Kech. von 1674Kr. Min., 60.
3 Neue ISestallung vom 1. April 1672. Geh. St. R. 9, A. 11.
* Best. Colin, 24. Juni (4. Aug.) 1672. Kr. Min. Geh. Kr. Kanzl. 193, Heft 1.
* Etat des Generalstabs vom Jahre 1672. Zerbster Abschriften.