98 L Kap., 1. Abschn. Die Entstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.
in der Instruktion immerhin angenommen war 1 , stellten sie nurdas erste dünne Gerippe dar, das die Provinzverwaltungen mitder Zentrale verband, und das sich nur verstärken konnte, wenndiese eine selbständige Verfügung über die Mittel der Provinzenerhielt. Wieder war es der Ausbruch des Krieges im Jahre 1672,der hierzu stärkeren Anstoß gab und bessere Möglichkeiten bot:die Subsidien der fremden Staaten, die Reichsquartiergelder undeinige Anleihen wurden zu eiuer Kassenverwaltung vereinigt, dieseit 1G74 den Namen General-Feld-Kriegskasse führte.Sie blieb von nun an als die wichtigste und am meisten zur Zen-tralisierung drängende Abteilung des Generalkommissariats dauerndbestehen und zog zunächst aus allen Provinzen außerordentliche,bald aber aus den mittleren Provinzen feste monatliche Beträgean sich. Der Anteil Meinders' an dieser Begründung hat bei seinerVorliebe für die Kassenverwaltung alle Wahrscheinlichkeit fürsich, die durch sein Bestreben, sich ganz auf die finanzielle Seiteder Kommissariatsverwaltung zu beschränken, noch verstärkt wird.Er suchte nämlich in diesen Jahren die Kommissariatsbehördevöllig in eine zivile und eine militärische Hälfte zu teilen und dieerstere, welche die Aufbringung der Steuern, die Regelung derGehälter 2 u. ä. umfaßte, sich selber vorzubehalten. Die andereHälfte, wie das Musterungs-, Besoldungs-, Verpfieguugs-, Marsch-und Marketenderwesen, wurde unter der Charge eines „OberstenKriegskommissars bei der Armee" dem Kriegsrat. Obersten undSchloßhauptmann Otto Wilhelm von Berlepsch übertragen 8 . AberBerlepsch war nicht imstande, diesen schweren Teil des Kom-missariates auf sich zu nehmen, Meinders mußte dem Kurfürstenschon nach einigen Monaten vorschlagen, einen andern Ober-Kriegskommissar zu ernennen, da jener sein Amt nicht genügend ver-sehen könne. Berlepsch erhielt den auch von ihm selbst erbetenen Ab-
1 Vgl. Tunkt 11 und 12 bei Strecker, Franz v. Meinders, 129—130.
• Vgl. seine sorgfältige Aufstellung über die außerordentlichen Gehälter derMilitärs und die Gehälter von Zivilbeamten aus Kontributionsgefällen in allenProvinzen vom Jahre 1678, Geh. St. B, 9, C. 1, b. 1.
;l Bestallung, Hauptquartier zu Lambspring, 10. Sept. 1672. Kr. Min. Geh.Kr. Kanzl. 178 (Kopie). — Vgl. auch Strecker, a. a. ()., 62. — Berlepsch hatteschon 1666 stärkere Betätigung im Heere gewünscht und war dem Kurfürstenvon Sparr u. l'laten dazu vorgeschlagen worden. Die beiden an den Kurf., Berlin,31./21. Jan. und 28./18. Febr. 1666. Arch. des Gr. Gen.-Stabs. VII, 1.