54 I- Kap., 1. Abschn. Die Entstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.
Kontributionsquauta der Kriegskasse bar zuweisen zu lassen. Mitdiesen jährlichen 4—5000 Talern wurden die Besoldungs- undSchreibkosten der Kriegsbehörde in den nächsten Jahren gedeckt.Der Direktor scheint, wie sich aus einigen Andeutungen schließenläßt, ein etwas höheres Gehalt bekommen zu haben. Diese be-sondere Besoldung der Räte für ihre besondere Kommission alsKriegsräte war damals'das allgemein Übliche, und daß sie fürihre Arbeit nicht gerade als eine glänzende empfunden wurde,zeigt eine Bemerkung Schwarzenbergs, als er den Kriegsrat gegeneinen Vorwurf des Generals Klitzing verteidigte: „dan was ietzobei der artillerei undt sunsten mangelt das kunne er den Kriegs-rädten nit wol beimessen, dan dieselben sein zu dem Ende nitbestallt, werden auch gerne gestehen, das sie es nit verstehen.Wan aber einer unter ihnen wehre, der es verstünde, der würdedan viel lieber selber general sein, die ehre und den nutzen haben,als kriegsrath bleiben und sich ein gantzes jähr mit 200 thlrcontentiren wollen" '. Der Geheime Kriegssekretär erhielt eben-falls 200 Taler, der Kanzleidiener 25 Taler und wöchentlich einenTaler Kostgeld, also jährlich 77 Taler aus der Kriegskasse. Überdie Besoldung der Kriegskanzlisten ist aus den Akten nichts weiterzu ersehen, als daß bis 1(335 als solche nur aushilfsweise die Kanz-listen aus dem Geheimen Rat und der Hofkanzlei verwendet,später aber aus dem schon erwähnten Fonds des Kriegsrateseigene Kanzlisten besoldet wurden 2 .
Die Kriegskanzlei, deren Name in den ersten Jahrenund zuweilen auch später noch für den Kriegsrat selbst gebrauchtwurde, war das Bureau des Kriegsrates, das den ganzen schrift-lichen Verkehr desselben zu erledigen und dessen Sekretär auchdie Kriegskasse zu verwalten hatte. Sie war mit der Ernennungder ersten Kriegsräte zugleich entstanden und in den folgendenJahren durch eine Anzahl von Bestimmungen weiter ausgestaltetworden. Alle über die Kriegsangelegenheiten vorhandenen Aktenwaren ihr durch den Geheimsekretär des Kurfürsten, Caspar
1 Schwarzenberg an Blumenthal, Spandau, 22. Aug. 1638. Geh. St. R. 21,136 k. — Friedrich Wilhelm war darüber freilich andrer Ansicht; auf die Klageder Kriegsräte wegen Gehaltsrückständen kassierte er diese Gehälter überhaupt.Prot. u. Rel. I, 88. — Bunin, Der Kriegarat, a. a. O. 85.
ä Spezifikation, was jährlich zur Unterhaltung der Kriegskanzlei gehört,und Stellmachers Hechnungsbuch Geh. St. Hep. 24, C fasc. 6 u. 14.