Druckschrift 
2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

Der Kriegsrat von 16301641. 39

genau so gegenüberstanden, wie im Jahre 1636. So wenig wiedie Macht der Schweden hatte Schwarzenberg bis dahin die Kraftder Stände brechen können, und nur die feste Unterstützung eineskräftigen Herrschers hätte seinen Plänen den Sieg verschafft. Aberdie ersten Maßnahmen des jungen Fürsten gingen auch in derinnern Politik genau den entgegengesetzten Weg; damit brach dasSystem Schwarzenbergs zusammen, und die Behörde, die es zumgroßen Teil getragen hatte, der Kriegsrat, mußte mit ihm fallen.Vom Beginn seiner Regierung an beantwortete der KurfürstFriedrich Wilhelm alle Gesuche seiner Stände sowie einzelnerKorporationen und Personen um Erleichterung der Lasten, Be-endigung der Kriegsnöte u. ä. in bejahendem Sinne und wies auchSchwarzenberg an, den einlaufenden Beschwerden abzuhelfen. Diewesentlichen ständischen Forderungen waren natürlich noch die Re-duktion des Heeres und der Friede mit Schweden. Schwarzenberghat es nicht unversucht gelassen, den Kurfürsten über die wahrenAbsichten der Stände, die Schwächung der fürstlichen Gewalt, auf-zuklären, und die politischen Erfahrungen, die er damit dem jungenFürsten übermittelte, haben in diesem weitergewirkt, haben ihneinige Jahre später zu den gleichen politischen Mitteln zurück-geführt 1 . Aber zunächst blieb der Kurfürst bei seiner nach allenSeiten hin versöhnlichen und friedlichen Politik, und als er denKanzler Sigismund von Götze Anfang Januar wieder in den Ge-heimen Rat berief und durch ihn mit den Schweden Unterhand-lungen wegen eines Waffenstillstandes anknüpfte, fühlte Schwarzen-berg, daß die Leitung der äußeren und inneren Angelegenheitenseiner Hand entglitt. Die Instruktion für den Statthalter und dieGeheimen Räte vom 19. Januar 1641 und ihr Nachtrag vom24. Januar 2 ließen darüber keinen Zweifel mehr: Schwarzenbergwurde zwar mit einigen Einschränkungen als Statthalter bestätigt,aber der Geheime Rat wurde wieder in seine alte Stellung gerückt,alle Staatssachen ihm zugeteilt, die Kriegsangelegenheiten den Ge-heimen uud Kriegsräten zu gemeinschaftlicher Beratung undAbstimmung per majora Übertragen, den Kriegsräten nur die

1 Vgl. 0. Meinardus, Neue Beiträge zur Politik des Grafen Adamvon Schwarzenberg, in Forsch, z. hrandenb. u. preuß. Gesch. XVII, 5762.a Prot. u. Rel. I, 103-105.