34 L Kap., 1. Abschn. Die Entstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.
bezeichnete 1 , der alle Pläne Schwarzenbergs vorbereiten und aus-führen half, aber nicht am wenigsten durch seine Untreue auchzum Scheitern gebracht hat. Der Kriegsrat bestand also in diesenJahren aus einer Anzahl von Männern, von denen keiner be-sonders hervorragte, die sich aber der Politik Schwarzenbergsteils bereitwillig, teils ohne Widerstand einfügten. Denn Konradvon Burgsdorf, den einzigen, der sich ihr nicht fügte undder durch seine Freundschaft mit Georg Wilhelm immer eineAusnahmestellung auch zum Kriegsrat eingenommen hatte, suchteSchwarzenberg völlig beiseite zu drängen. Indem er seinenGegner aufforderte, als Präsident in den Kriegsrat einzutreten,das heißt, das schwerste und undankbarste Amt der damaligenVerwaltung anzunehmen, das zudem durch die alles beherrschendeStellung Schwarzenbergs jeder Selbständigkeit entbehrt hätte,und ihn so zu einer vorauszusehenden Ablehnung dieses Postenszwang, hielt er Burgsdorf nicht nur vom Kriegsrat völlig fernsondern benutzte noch obendrein diese Gelegenheit, ihn beim Kur-fürsten aufs schimpflichste zu verleumden, als lehne jener nur ausfinanziellen Gründen ab, als sei begründete Furcht vorhanden,jener hätte sich in solcher Stellung an der Kriegskasse vergreifenkönnen 2 . Seinen Zweck, die Entlassung Burgsdorfs aus allenMilitärämtern, erreichte er zwar auch damit nicht, doch hatte erihn genügend diskrediert, um ihn nicht mehr fürchten zu müssen.Seine Stellung war in diesen Jahren die einer unbeschränktenMilitärdiktatur, und das Ziel seiner Politik, dem Kurfürsten eineabsolute Herrschaft zu sichern, schien erreichbar. Mit dem Ge-lingen oder Mißlingen dieser Absicht war aber das Schicksal desKriegsrates eng verknüpft, und indem wir den Gang dieser Politikin Kürze weiter verfolgen, werden wir sehen, wie ihr Scheiternauch den Untergang der neuen Behörde nach sich zog.
Die äußere Politik war, wie schon erwähnt, bedingt durchden Kampf gegen Schweden und den Versuch einer selbständigenStellung zum Kaiser und Sachsen 8 . Nachdem der Kurfürst unter
1 Res. des Kurf. vom 5. Nov. 1641. Prot. u. Rel. I, 390.
2 Spannagel, Konrad v. Burgsdorf, 122—124. — Meinardus, l'rot. u.Rel. I Einl. XXXIX.
3 Maßgebend sind für die folgende Darlegung vor allem die schon zitiertenForschungen von 0. Meinardus; dann auch von Spannagel; anderes beruhtauf dem eigenen Studium der Akten dieser Jahre.