Druckschrift 
Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
308
Einzelbild herunterladen
 

Schl zo8 Schm

Kurz nach dem Einschlafen undkur» vor dem Erwachen pflege»wir nur z» schlummern.

Schlank. Schmächtig. Ha-ger. ü. Wer lang und dünn ist.W. Hager heißt ein solcher, so»fern die Form seines Körpers denMangel des Fleisches sichtbarmacht (S. Hager re.); schwach»t i g (von Schmachten, Man-gel leiden), sofern sie ibm dasAnsehen von Schwäche, undschlank (von Schlingen, win-den), sofern sie ihm das Ansehenvon Geschmeidigkeit und Bieg-samkeit giebt. Ein schlankerWuchs befördert die Schönheit.Aber große Schmächtigkeitist der männlich », und großeHagerkeit auch der weiblichenSchönb it entgegen.

Schlemmen. Prassen.Schwelgen, v SinnlicheV rgnugungen unmäßig geni ßcn.V. Schlemmen bezeichnet bloßdas unmäßig viele Esten und Trin-ken ohne Rücksicht aus Wohlge-schmack und Kostbarkeit, undzwar, da es wahrscheinlich vonSchlamm hcrkommt, vou Sei-ten des Unwürdigen und Ekelhaf-ten, was diese grohe Befriedi-gung der Sinnlichkeit an sich hat.Schwelgen hat wahrscheinlichehedem verschlingen bedeutet undist mit Schlemmen ziemlichgleichbedeutend gewesen. Nach-her aber ist cs auch auf den un-mäßigen Genuß edlerer Vergnü-gungen angewandt worden, undzwar so, daß es nicht lo wohl aufdas übermaaß in der Menge, alsvielmehr in der Lebhaftigkeit desGcnuffes dinweisct. Wer sich deminnigsten, lebhaftesten Gcmiffe ei-

nes schönen Gedichtes ganz über-laßt» der schwelgt in düscmVergnügen. Prasse» be-denket / ursprünglich: Geräuschmache», wie auch noch LaS Fre,guenrarivilm Prasseln zu er-kenne» gibt. Es weiset daher aufden Genuß rauschender, mit Ko»stcn und Aufwand verknüpfterVergnügen hin. Wer durch der-gleichen sein Vermöge» durLgc«bracht hat, der hat es v erpraf-fet.

Schlingen. Schlucken, ii.Durch die Kehle etwas in denMagen bringen. V- Scklu»cken bezeichnet diese Handlungan sich selbst ohne Ncbendegriff.Schlingen beißt: mit großerBegierde schlucke». Wer essenwill muß schlucken, der Gieri-ge aber schlingt. DiesenUnterschied merkt man auch beydem uneigentücheli Gebrauche bey,der Wörter« Mm verschluckteine» Arger, eine Beleidigung u.d. gl. aber man verschlingtsie nickt, weil man keine Begier-de danach hat. Man verschlingtaber einen schönen Roman, wennman ihn mit sehr großer Begierde,bis zu Ende durchlief st.

Fchmackhafc. wohlschme-ckend. ü. Was einen angeneh-men Geschmack hat. V- Sckmack-haft beißt überhaupt alles, wasGeschmack hat; Wohlschme-ckend nur das, was einen ange-nehmen Geschmack bat. So wieman aber, durch eine gewöhnlicheSynecdoche, Kopf anstatt guterKopf u. d. gl. sagt; so bedeutetauch Schmackhaft das, waseine» angenehmen Geschmack hat.Alsdann unterscheidet cs sich vonWohl-