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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
271
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ievlegen; übeldeuten, ihrnicht bloß einen Unrechten, son-dern auch einen bösen Sinn bey-legen. Jeder, der unsre Wortefalsch verstanden hat, der bat siegemißdeutet; wer aber fälsch-lich geglaubt hat, eine Esl,ioi>gung darin zu finden, der hat sieü b e lg e d e n t e t.

Mißgriff. Irrrhilin. js.^ Eine falsche, für wahr gehalteneVorstellung. V. Jrrtbum be-, zeichnet eine solche Vorstxllutzg

! allgemein. Ei» Jrrthum, wo-

! nach wir unter mehrerm Mögli-chen etwas wählen, das unsrerAbficht nicht entspricht, ist einMißgriff. Wer unter mebrernGatzen eine» zum Grundsätze ei-ner Wissenschaft wählt» indem erj fälschlich glaubt, daß er dazu

" tauglich scy, der thut einen

Mißgriff.

Mißgunst. Abgunst. n. DerVer-druß, den jemand über Güter ei-nes andern empfindet, deren erihn nicht für werth halt. V M i ß-gunst bezeichnet diesen Begriff^ allgemein. (S Eifersucht re.) Wer

I bloß darum mißgünstig ist,

weil er nicht leiden kann, daß derAndere durch die Güter, die eribm mißgönnt, sich zu ihm oderüber ihn erbebe, der empfindetAbgunst. Der Abgünstigeentblödet sich nicht, Güter, die«r selbst nicht btsitzen kann, zuzerstören, damit nur Andere sienickt besitzen mögen.

Mißhandeln. Beleidigen,ii. Jemandem mif eine unerlaubteArt stbel zufüge». B. Wer je-mandem auch nur das kleinsteübel auf eine unerlaubte Art zu-sügt, der beleidigt ihn schon.

Ec mißhandelt ihn aber nurdann, wenn er ihm aus fein»seliger Leidenschaft übel zufügt,und zwar um diese Leidenschaft zubefriedigen, viele und große übel.

Mtßhelligkeic. Uneinig-keit Zwietracht. Zwie-spalt. ü Der Instand derer,die einander entgegen find. V.Uneinigkeit» welches denMangel an Einigkeit ausdruckt,bezeichnet twsen Zustand allgemein.Es kann aber Uneinigkeit ausM i tz h e t t i g k e i t entstehen.Den« Mißhelligkcit (vonHall, Laut) ist die Verschieden-heit rer laut wertenden Meynunrgen und Ansprüche. Durch eineMetonymie der Wirkung für dieUrsache, die hier zugleich Euphe-nismus ist, wird dann auch dieUneinigkeit selbst Mißhellig»keit g naunr. Zwietrachtbeißt die Uneinigkeit, soferndiejenigen, die uneinig find, nachwiderstreitenden Zwecken strebenoder trachten; und Zwiespalt(von Spalten, Trennen) wirdsie genannt, in sofern sie Tren-nung zur Folge hat.

Mißkennen. verkennen, ü.Au einem Dinge etwas nicht er,kennen, was man erkenne» sollte.V Verkennen bedeutet weiternichts Mißkcnlien aberheißtnicht bloß : etwas Gutes a» einemDinge nicht erkenne», sondernauch das entgegengesetzte Böse anihm zu finde» glauben. Manverkennt meine Freundschaft,wer.» man sie bloß nicht fürIrcund»sckaft erkennt, etwa, weil mannickt gehörig darauf achtet. Maumißkeiiiit sie, wenn mau sirfür eigennützige Politik halt.

Miß,