-es Wohlwollens gegen Geringerenicht unlerdrück:» lassen. Einguter Fürst ist freundlich ge-gen jedermann, der es verdient,liebreich gegen seine Gattin undKinder, leutselig gegen seineUutertbanen,auch die geringsten. —Die Bedeutung von Leutseliggründet sich darauf, daß das WortLeute auf einen niedriger» Standhinweiset. (S. Leute rc.)
Lieben. Gurse^ch. st. E-n in-niges Wohlgefallen an einem Ge-genstände haben, und sich deshalbbestrebe», ihm wohl zu thun. V.Gutscyn bezeichnet den niedri-ger», Lieben den höher» Grad.Die Geliebte würde de» Ausdruckviel zu schwach und kalt finden,wenn ihr Liebhaber versicherte,daß er ihr gut sey.
Liebe. Zärtlichkeit, st. Dasinnige Wohlgefallen an einem Ge-genstände, nebst dem damit ver-bundenen Bestreben, ihm wohlzu thun. V. i) Zärtlichkeithaben wir nur für vernünftigeWelen; Liebe auch zu andernDingen; wenigstens nach demneueru Sprachgebrauchs, der sichnach dem französischen gebildetbat. Man hat Liebe zum Gel-be rc. aber keine Zärtlichkeitdafür. 2) Liebe kann auch aufbloß vernünftigen Vorstellungen ^beruhen, und deshalb ruhig undohne Leidenschaft sey» Zärt-lichkeit beruhet immer auf sinn-lichen Vorstellungen, hat immerleidenschaftliche Wärme, und ei»so zartes Gefühl für das Wohldes geliebten Gegenstandes, daßsie auch das Geringste, was dem-selben iuuangenehm sein, könnte,zu vermeiden sucht. Daher,kaun
auch die Liebe zu Gott» da siegänzlich veruünftia scvn soll, nichtZärtlichkeit genannt werten,iebe. Freundschaft, st.Das Bestreben, das Wohl einesandern zu befördern. V- Fre u n d-sLaft bezeichnet zunächst bloßdiele» Bestreben. Denn Freund-schaft stehet der Feindschaftentgegen, und Feinde sind die-jenigen, die einander zu scharenund webe zu thun trachien. Hin-gegen Lieve bezeichnet ein Wohl-gefallen an einer Person, worausein Bestreben, ihr wohl zu thun,entsteht. (S. Liebe rc.) Freund-schaft kann auf Liebe, aberauch auf andern Gründen,, selbstauf eigennützigen Absichten beru-hen. Denn der niedrigste Gradvon Freundschaft findet schonStatt, wenn Personen nur fried-liche Gesinnungen gegen einander ?haben, und einander nicht zuschaden, sondern zu helfen und zu ^dienen bereit sind; es sey auswelchem Grunde es wolle. Dievollkommenste Freundschaftabcrist die v ert r a u te Fre u» d< ^schüft. Diese muß nicht alleinvöllig uneigennützig, sondern auchschlechterdings auf gegenseitigeZuneigung und Liebe gegrün-det sc»u.
i > bhaber. Liebster. Ge-liebter. Buhler, ü- E>nMann, der von einem Frauen-zimmer geliebt wird- V. Ge-liebter bezeichnet diesen Beg^ßschlechtweg. Lin Lieb habeteines Frauenzimmers ist fr-yiichzunächst derjenige, der diesesFrauenzimmer liebt. Daß-rauchwieder geliebt werde, sagt diesesWort eigentlich nicht. Aber nachdem