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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
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Kleinmüthtg. Furchtsam.Niedergeschlagen, ii. Werüber etwas Zukünftiges traurigist. V. Niedergeschlagengehet auf diesen Gemütbszustandselbst, und bezeichnet ihn voz,der Seite, daß man dabcy seineKräfte gelähmt fühlt; die beyde»andern Wärter deuten auf dieUrsachen desselben, die hier in derAussicht auf die Zukunft liegen.Allein derNiedergeschlageneist nicht immer auch furchtsamoder kleinmüthig. Denn auchgegenwärtige oder vergangeneDinge können Niedergeschla«gen heit bewirken. Wertraurig ist, weil ihn keine Hoff,nung für die Zukunft belebt, und«r also keinen Muth hat, der istkleiomüthig. Wer traurig ist,weil ihn die Vorstellung künfti-ger übel ängstigt, der ist fnrcht-sam.

Klerrern. Klimmen, st. Sichan einem steile» Körper festhaltenund sich so an demselben fortbe-wegen. V- Klimmen hat zweyNebenbegriffe, die Kletternnicht mit sich führt. Es bezeich,net immer ein Bestreben, höherzu steigen, und zwar vermittelstder größten Anstrengung derKräfte. Das erste erhellet ausdrmSprachgebrauche. Manklet-tert einen Baum hinauf undherab; man klimmt aber uieherab, sonder» immer hinauf,Auf das andre führt die Etymo-logie. Denn Klimmen kömmtvon Klarem her, wie Klem-men, fest zusammen pressen, unddeutet also auf Anstrengung derKräfte. Klettern hingegenstammt ab von Klette, was sei-

ne spitzen Haken einschlägt unddadurch festhält. Es bedeutet-daher ein solches Steigen an stei-len Körpern, wobey man sichvermittelst spitziger Werkzeuge,oder au hervorstehenden und hin-eingehenden Absätzen festhält. Goklettern die Katzen, indem siesich mit ihren Klauen festhalten.Aus dem angegebenen Uirterschie-de erhelle warum in der unei-gentlichen Sprache Klettern imguten und bösen, Klimmennur im guten Sinne gebrauchtwird. Ei» verächllicherSchmeichlerklettert oft zu Ehrenstelle»hinaus, die das stille Verdienst nichterklimmen kann.

Klieben. Spalten. Splei-ßen. ü. Lbeile fester Körpertrennen. V- Klieben, Nieder-deutsch Kloben, ist das ältestedieser Wörter« aber im Hoch-deutschen durch Spalten b«y<nabe verdrängt. So wett es »ochim Gebrauche ist, wird cs nurvon dem gewaltsamen Trenne»großer fester Körper, Spaltenauch von de» kleinsten gesagt.Man klieb et eine Eiche durchKeile, und spaltet eineFcdermitdem Federmesser. Spleißenist das Diminntwum von Spal-ten, und wird also von dem Zer-reißen und Spalten kleiner Aa-chen gesagt, z.B- Federn spl ris-sen. Davon kömmt Splitter,ingleichen Splette, ei» kleinesgespaltenes Brett, dergleichenman unter die Ziegeln auf de»Dächern zu legen pftegt.

Klingen. . rljngeln. ü- Ei-nen Schall Hervorbringen. V.Klingen bezeichnet diese« Be-griff allgemein. Kli« gel» ist dasDimi-