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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
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Jun 22Z Jun

Den» es bezeichnet ein Urtheilüber eine Sache, bas vor derPrüfung derselben gefällt wird.Lin Dorurtheil kan» daherauch ei» wahres Urtheil sepn > undist also nicht immer ein Irr«t y u m. Denn jeder Irrthumist ein falsches Urtheil. Auch »m«gekehlt: nicht jeder Irrthumist eiu Dorurtheil. Denn esist nicht unmöglich, daß mau übereine Sache, auch nach langerPrüfling derselbe», unrichtig ur«tdeilt, und also in einen Irr«thum verfallt. Dieser Irr«thiim aber ist dann kein Vor«ürkbeil.

Jungfer. Jungfrau. Dir-ne Mädchen. Magd ü-Line Person weiblichen Ge»schlechts, oie nicht »erhcirathet.st,oder gewesen ist. V. Magd istdas Femininum von dlax, einKnabe, und bedeutete ursprüng»lich eine jede junge» noch »nver«hepratbere Person weiblichen Ge»schlechts. Jetzt wird es »nr ge«braucht, eine dienende Wcibspcr«so» anzuzejgen. Das Dimmukir»um davon, Mädchen, hat dieursprüngliche Bedeutung bchal«ten, u»d weiset vorzüglich aufdas jugendliche Alter hin. Wergen dieses Nebenbegriffes des Rei«zcs der Jugend wird dieses Wort

von den erotischen Dichtern bün«fig gebraucht. Anstalt Mäd-chen wurde ehemals Dirne,N eterdcutsch vooren , gesagt.All. in dieses Wort ist in dieserBedeutung nur noch bcy den nie-drigsten Stauden gebräuchlich.Diej.uigcn, die sich nur einiger«maßen zu ein-m höher» Stauderechnen, vecb »den c-ien verächt-liche» Nebcnbegnff damit. Daszeigen auch die Beywörter an,die damit pflegen verknüpft zuwerden, als: eine freche Dir«ne, eine naseweise Dirneu. s. f. Inngfrau bezeich-net «ine noch unverheyrathctePerson weiblichen Geschlechts mitdem Nebenbegriffe, daß dieselbeihre Keuschheit unverletzt erhalte»hat. Durch icu Begriff der be,wahrten Unschuld, dc» die übri-gen Wörter nicht habe»,' istJungfrau das edelste unterihnen. Dazu kommt noch, daßes in Frau eine» Begriff vonWürde enthalt (s. Frau. Weib ),und der hoher» Sprechart eigenist. Denn aus der gemeinen ist esdurch das verstümmelte Jung-fer verdrängt worden, welcheseben darum weniger edel ist, weiles seiner Verstümmelung wegennur in der gemeinen Sprechartgebraucht wird.

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