2IO
H°f
Hsffeir. Sick Spitzen, ji.Sich auf etwas Künftiges freuen.V. Hoffen wird dies in jedemFalle genannt» Sich Spitzennur alsdann, wenn man sich aufeinen sinnlichen Genuß freuet. —Der letzte Ausdruck bezieht sichauf die Zubereitung der sinuNchenWerkzeuge zu einem sinnlichenGenüsse- So sagt man z. B. denMund spitzen.
Hoffen. Abnden. si. DieseWörter kommen in sofern über»ei», als sie das Dordersehen desKünftigen anzeigen. V- Hof»fen bezeichnet immer ein Vor-hersehen des Guten, wodurch dasGemüth zur Freude belebt wird.Ahnden bedeutet auch ein Dor-bersetzen tzincs Übels, wodurchdas Gemüth niedergeschlagen undmit Bangigkeit erfüllt wird. Allemeine Hoffnu » gist verschwun-den, mir ahndet nichts Gutes.Außerdem ist die Abnd u u g -einsehr dunkles Vorhersehen, wobcywir uns der Gründe nicht bewußtsind, worauf dasselbe beruhet.Die Hoffnung hat mehr Klar-heit und Deutlichkeit. Wir kön-nen uns Rechenschaft davon ge-ben, worauf unsre Erwartung sichgründe. — Ursprünglich hatAhnden überhaupt denken be-deutet. Davon ist cs noch eineSpur, wenn Ahnden in derBedeutung von strafen ge-braucht wird. Die Straf« ist einZeichen, daß man au das began-gene Vergehen denke. Man g e -denkt es dem Schuldige».
Höflich. Gesittet. Artig.Fein. ü. Derjenige, den seinäußeres Betragen im Umgang«
Hof
mit Andern angenehm macht, s,wie auch dieses Betragen selbst.V, Gesittet ist schon derjenige,der nur das Unanst unige in sei,uem äußern Betragen vermeide:.(S Gesittet ,c ) Das äußereBetrage» des Artige» mußaußerdem noch im hoher» Grad«angenehm scy», (S. Artia- Nied-lich. Artig. Gefällig,c ) Dazugehört unter andern, daß er bös-lich sey, i. durch seine Hand-lungen und Reden Aufmerksamkeitund Achtung gegen die andern >Personen in der Gesellschaft znbezeigen suche. In der Artig-keit gehört eine gewisse Gewandt-heit und ding, iwungenheit deiäußern Betragens, die ma» nurdurch Übung bekömmt, wen» man >oft a» gebildeten Gesellschaft!»Lheil nimmt. Einem sehr g<> !kitteten Manne kau» es daheran Artigkeit s>hlen. U»d, ta ^die äußern Jeich,» der Achtung 'in gebildeten Gesellschaften zumThci! lvillkührlirb sind; so kanner oft aus Uuwiffenbrit gegen dieGesetze der Höflichkeit versto-ßen , oder sich in der Anwendungderselben ungeschickt benehme«, Auden Höfen der Großen werdendiese Gesetze am meisten auSge«übt, und zum Theil gegeben,weil sich Andre in ihren äußernSitten nach ihnen richten. Hier« «ans weiset auch die Abstammung !des Worts höflich schon hin. -Fein ist das äußere Betragen,wenn es im höher» Grade artigist, so, daß größere Geisteskräftedazu gehören, vorzüglich ein ge«übter Witz und ein zartes GeWfür alles, was gefallen und miß-fallen kann. (S. Delicat rc.) ,