Druckschrift 
Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

DaU

84 Deh

gleich der Ungewißheit seines Ur-theils bewußt ist. V> BepdeWörter stamme» zwar von Den«ke» (dachte) ab; habe» aberLoch durch dc» Sprachaebranchfolgende Verschiedenheit erhalten.DasBewnßtseyn der Ungewißheiteines Urthcils kann sich daraufgründen, daß man sich bewußtist, maa urthcile nach einem blo-ßen sinnlichen Gebeine, der taueschen kann. Es kann aber auchdaher entstehen, weil man sichbewußt ist, daß man zwar nachdeutlich erkannten Gründen ur<theile, daß aber diese Gründe un-zureichend scpcn. Im ersten Fallesagt man: Mich däucht: imandern: Mich dünkt. Ichsage: Mich däucht, dort gehetCasus; weil ich hier nach einemsinulichcn Scheine urtheile. Hin-gegen: Nachdem ich über dieSache uachgedacht habe, sodünkt mich, sie verhalte sichso. Daher kommt es, daßDauchten auch von bloßenSinncnurtbeike» gesagt wird. Ei-nen vor Frost Erstarrten dauchtes wohl, wenn er sich erwärmenkann. Der Grund von dem an-gegebenen Unterschiede mag darinliegen , daß die Form von Dün-ken an die Form von Denkennoch naher angrenzt, als die Formvon Dauchten.

Decke. Hülle, st. Was sichdergestalt über einem Körper be,findet, daß es die Einwirkungdesselben auf andere, und andererauf ihn, verhindert. V. 1) EineHülle ist immer ein biegsamerKörper, der die verhüllte Sachenach ihrer ganzen Oberfläche uin-giebt. Eine Decke kann auch

ein anderer Körper seyn. Miteinem Schilde kann man sich be-decken ; aber man kann sich darinnicht hüllen. 2) Decke hatden Ncbenbegriff der Vcschützunzdes Bedeckten gegen die Einwir-kung anderer Dinge. Daher sagtman im uucigentlichcn GebraucheDecken statt beschützen. DieReiterey deckt de» linken Flü-gel. Hülle (welches mit Ver-hehlen verwandt ist) hat bloßden Nebenbcgriff, daß die verhüll-te Sache den Auge» entzogen sey.Mau bedeckt seinen Körper,um ihn gegen die Kälte zu schützen.Man verhüllt sich in einenMantel, wenn man nicht willerkannt werden.

Dehnen. Ziehen. Recken.

Strecken, ü. Die Theile einesKörpers von einander entfernen,ohne ihre» Zusammenhang auf-zuhcbcn. V. i) Ziehen kannauch gesagt werden, wenn derganze Körper ans seinem Ortebewegt wird. Dehnen abernicht. Die Pferde ziehen denWagen, aber sie dehnen ihnnicht. 2) Ziehen deutet aufeine einzelne, bestimmte Richtungder verursachten Bewegung; Deh-ncn aber nicht. Dieses kannauch unbestimmt »ach allen Rich-tungen geschehen. Der Draht-zieher zieht und dehnt dasEisen; die Wärme dehnb das-selbe, aber sie zieht es nicht.;) Ziehen kann auch gesagtwerden, wenn man die Theile ei-nes Körpers einander nähert;Dehnen aber nicht. Man kanneinen Körper zusammcnzi ehen,aber nicht zniammendehn en.Recken (von Neichen) beißt:

durch