Druckschrift 
Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

Ast zr

wieder üus dem Aste gewachsenist. Ein Zweig ist ein grüner,frischer Zacken, welcher Blätterhat. Wenn daher auf diese vor-züglich gesehen wird, so wird dasWort Zweig gebraucht. EinLorbeerzweig, nicht Lorbeer-zacken. Reis nennt man eigent-lich dasjenige, was der Baum ineinem Jahre bcrvortreibt. EinPfropfreis. Dock nennt manbisweilen auch Reiser alle dieSchößlinge, welche nicht vieldicker sind, als sie in einem Iäkdezu wachsen pflegen; so wie auch«nter Ast bisweilen ein bloßerZacken verstanden wird.

Arhmen. Leichen. Hau«chcn. Blasen. ü> Stimmenin so weit überein, als sie dasAuslassen der Luft anzeigen, dievon den Lungen anSgetricbcnwird. V- Athmen und Lei-chen bedeuten auch außerdemdas Einziehcn der Luft in die Lun-gen; also die ganze Handlungdes Einladens und Auslassens.Leichen ist eiu beschwerlichesAthmen, A. V. bey Engbrü-stigkeit. Hauchen und Bla-sen bezeichnen nur das Austrei-ben der Luft. Das erste geschiehtmit offnem Munde und ist sanf-ter, gelinde. Das andere ge-schieht mit zusammeugezogcncmMunde, und ist stärker, heftiger.Diesen Unterschied findet manauch bei dem uncigcntlichcn Ge-brauche. Man sagt: der-Hauchdes Zephyrs, und das Blasendes Nordwindes.

Aue. wiese. Flur, ü Ge-

- wiffe größere Theile des frcyen,offenen Feldes. D. Aue imweitsten Sinne heißt der Lheil

Auf

des Landes, der nickt mit Gefiür-'gen bedeckt ist- Wenn er auchnicht mit Waldung bedeckt ist,so heißt er Aue im enger» Sin-ne , und wen» überdies noch gu-te Weide für das Vieh darauf ist,Aue in der engsten Bedeutung.Hiervon unterscheidet fick eineWiese dadurch, daßfiesumpfichtoder feucht ist, und ihr Gras zuHeu getrocknet wird. Flur ist ei-gentlich ei» Theil des Landes, so-fern er zu einer Stadt oder einemDorfe gehört. Fluren heißt,die Gränzen eines Orts bezeich-nen

Aufbehalcen. Aufbeivah»ren. u. Machen, baß eine Sa-che vorhanden bleibe. Aufbc-h alten zeigt aber bloß an, daßman die Sache nicht wegwerf«oder vernichte. Aufbe wah-re» erfordert eine gewisse Sorg-falt, svodnrch bewirkt wird, daßdie Sache nicht verkehren geheoder verdorben werde.

Luffnhrend. Iachzornig.Heftig, ü- Wer zu Ausbrü-chen eines plötzlichen Unwilleusgeneigt ist. V. Wenn dieser Un-wille ZSrn ist, so wird ^achzor-nig gesagt; auffahrend aberauch in allen andern Fällen, z. B>von der plötzlichen Äußerung derUngeduld. Heftig keit bezeich-net die Stärke» womit sich der Un-wille des Auffahrenden oderJachzoruigen, oder über-haupt, womit sich die Empfin-dungen und Begierden eines Men-sche» äußern. Wenn der bloßJachzornige und Auffah-rende seinen Uiimuth auspol«tert, so bricht der Heftige inTätlichkeiten aus.

Auf