Druckschrift 
Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

Alb

Ahn n

Eine Leii> cnscdafr unterscheidetsich hauptsächlich dadurch, daß sieim hoher» Grade heftig ist, soLaß wir dadurch gleichsam hinge-rissen werden, und uns lei Vent-il i ch zu verhalten glauben. A f-fect und Gemüthsbewe«gung können auch schwächer sevn,und auf unsinnlichen Vorstellun-gen beruhen, und unterscheidensich dadurch, daß Affect einfortdauernder Zustand ist, Ge-müthsbeweguag aber auch«ine einzelne, bald vorüberge-hende Veränderung seyn kann.Sein Betragen setzte zwar meinGemüth einen Augenblick inBewegung, aber ich war gleichWieder ruhig. Doch da er es wie-derholte, gerielhichin Affect;und als er auch eine neue Be-leidigung hinzufügte, konnte ichder Leidenschaft des Zornsnicht mehr widerstehen. Der Ge-danke an das Unglück cigesMenschen, und nicht bloß dasAnschauen dieses Unglücks, kannunser Gemüth bewegen, ihmzu helfen, oder mit Affect fürihn zu sprechen.

Ahnden. Strafen, ü- Je-mandem seiner Handlung wegenein tlebelzufügen. V- Ahndendeutet zugleich auf eine tiefe Em-pfindung des geschehenen Unrechtsund auf den Unwillen gegen denThatcr. Daher kan» es nicht ge-sagt werden von natürlichen undnicht von geringen Strafen, amwenigsten von solchen, die nurin verdeckten Vorwürfen oderliebreichen Beschämungen beste-hen-

Ahnen. Vorfahren. Vor-eltern. ü. Menschen die vor

uns gelebt haben. D. MeineVorfahren sind alle, die vor mirgelebt haben, ich mag von ihnenabstammcn oder nicht. MeineAhnen und Vorältern sindVorfahren von denen ich abstam-me. Ahnen heißen besondersadliche Vorältern.

Albern. Thörichr. När-risch. ü. Was dem gesun-den Verstände nicht gemäß ist;ingleichen Menschen, die derglei-chen sagen oder thun. V. Al-bern ist derjenige, der aus Ber-standesschwächc ungereimt, un-weise oder unklug bandelt, alswenn er noch ein Kind wäre. Beydem Thbricht - n und Närri-schen kan» dies auch durch an-dere Ursachen bewirkt werden;er kann z. V. durch eine Leiden-schaft verblendet fcyn; wen» erauch sonst Verstand genug hat.Daher kann es auch geistreicheNarren und Thoren, aber kei-nen geistreichen Albernen geben.(Vielleicht kommt Albern her vonAlp, im niedersächsische» Elf;da der Aberglaube aniiabm, daßdie mißgestalteten und dummenKinder von den Elfen ausge-tauscht seyen, woher noch jetzt imniedersächsischen Elbisch Albernbedeutet) Tlldricht und När-risch unterscheiden sich dadurch,daß das letzte Wort zugleich aufdas Lächerliche in dcn.Handlun-gen und Reden deutet. Wennwir über eine» verliebten Alte»lachen; so nennen wir ihn eiue»alten verliebten Narren. Wennwir aber einen verblendeten Jüng-ling beklagen, der sich, aus Liebezu einer verworfenen Buhlerinzu Grunde richtet, so nennen

wir