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Gott und die Unschuld. Selbst die Galanterie oder ein zarte-res, geistiges Hinneigen zu einem geliebten Gegenstand ohneRücksicht auf Lohn und Genuß, mußte am ersten in Männernentstehen, denen eine strenge Pflicht die Befriedigung der sinn-lichen Begierden untersagte.
Die Staatsmänner.
Von Woltmann.
(Fortsetzung der Geschichte des vreyMiahrigen Krieges.)
Mit unglaublicher Langsamkeit war man endlich nur so weitgekommen, daß eine Verhandlung möglich wurde; und den-noch läßt es sich kaum bezweifeln, daß man ohne die erhabeneDenkart des päpstlichen Gesandten, Fabio Chigi, nicht einmahlzu diesem Ziele gelangt wäre. Friede der Kirche und der Weltwar der Gedanke, welcher seine ganze Seele füllte, und par-reylos zwischen den Parteyen neigte er sich nur alsdann zueiner von ihnen, wenn er eine wahre Friedensliebe an ihr ver-spürte. Sein Verstand war so hell, seine Kenntniß so umfas-send, daß sie zu keiner Unbilligkeit verleitet werden konnte.—Als er im Jahre r655 zum Papst erwählt worden, nahmer durchaus keine Geschenke, und, thätig für die Pflicht unddie Welt, lebte er stets mit dem Bilde des Todes. Auf seinerTafel stand mitten unter der Nahrung und den Würzen desLebens ein Todtenkopf, und ein Sarg von Cyprefsenholz warunverrückt unter seinem Bette.—
Ohne einen solchen Mittler wäre zwischen dem Stolz derSpanier, der hartnäckigen Beträchtlichkeit der Kaiserlichen, unddem hochfahrenden Leichtsinn, der schlüpfrigen Politik der fran-zösischen Gesandten, keine Annäherung gewesen, zumahl dadiese letztem durch Feindschaft gegen einander die Verhand-lung erschwerten und aufhielten.
Graf Claudius d'Avaup hatte durch wichtige Sendungenden Ruf bekommen, daß kein politisches Geschäft über seineFähigkeit gehe, und sei» Stolz, seine Eitelkeit setzten hinzu,daß er nie seines Gleichen in der Politik sehen werde. Dieser