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politischen Freyhcit sich entwickelte, und in den verschiedenste»Formen in so manchen Theilen desselben die herrlichsten Früchtetrug, die wiederum von dort aus in andere Welttheile ver-pflanzt werden sollten. Die einfachsten Erfindungen der mecha-nischen Künste mögen zum Theile dem Orient gehören; aberwie find sie nicht alle durch Europäer vervollkommnet worden!Von dem Weberstuhle des Hindus bis zu der Baumwollspinn-Maschine, durch Dämpfe getrieben; von dem Sonnenzeiger biszur Seeuhr, die den Schiffer über den Ocean führt; von derchinesischen Barke bis zum brittischen Orlog-Schiff—welch eineEntfernung! Und wenn wir vollends unsere Blicke auf jene edlernKünste richten, welche die menschliche Natur gleichsam über sichselbst erheben, — welch ein Abstand zwischen dem Jupitereines Phidias und einem indianischen Göllerbilde, zwischen derVerklärung von Raphael und den Werken eines chinesischenMahlers! Der Orient hatte seine Annalisten, aber nie brachteer einen Tacitus, einen Gibbon hervor; er hat seine Dichter,aber nie erhob er sich zur Kritik; er hatte seine Weisen, dienicht selten mächtig durch ihre Lehren auf ihre Nationen wirk-ten; aber ein Plato, ein Kant, konnten an den Ufern desGanges und des Hoangho dennoch nicht reifen.
Und ist sie weniger bewundernswerth, diese politische Über-legenheit, welche die Völker dieses kleinen Welttheils, kaumaus der Rohheit hervor gehend, auch sofort über die weitenLänder des großen Continents gründend Auch der Orient sahgroße Eroberer; aber nur in Europa traten Heerführer auf,welche eine Kriegskunst erfanden, die wirklich diesen Nahmenverdient. —
Woher diese Überlegenheit, diese Weltherrschaft des klei-nen Europa ? Zwar eine große Wahrheit dringt sich hier gleich-sam von selbst auf: Nicht die rohe Gewalt, nicht die bloßephysische Kraft der Masse, — der Geist war es, der sie er-zeugte; und wenn die Kriegskunst der Europäer ihre Herrschaftgründete, so war es ihre überlegene Politik, welche sie ihnenerhielt. —