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seligen Erkenntnisse zu vielen tausenden schlafen, so wie imFruchtkerne die Ernte schlaft, oder im Schößlinge der Wald;und wie in höhern Zeicpuncten des Daseyns aus seiner dul-denden, geängstigten, zerrissenen Seele jede Tugend hervorblüht, und ihre Blüthen die sanfteste, edelste krönt, sie, derSittlichkeit Wipfel und der Menschheit Vollendung, Liebe,die auch den Todfeind umfangt ; und wie er selbst, der Peini-ger und Übertreter der Unschuld, so krank und wund und zer-rüttet jede Kraft seiner Natur ist, vom Verderben geneset, sodaß all sein Gericht nur Verzug seines Heiles war, nur rauher,dornenvollerer Umweg, der sich weit vom Himmel hinweg schlang,und doch wieder hinführt zum Himmel; wie an der Spitze derBosheit das Elend aufsproßt, und in dem Elend die Reue,und in der Reue die Tugend, und in der Tugend die Seligkeit,und in der Seligkeit immer höhere Tugend; wie jeder Miß-laut der Erde hinschmilzt in Harmonien, und jeder Klagetonin Jubel.
Horchend, von Schauder auf Schauder ergriffen, der ihmdurch all sein Gebein fuhr, im Gefühle der nähern Gegen-wart Gottes, stand vor dem Engel der Greis, und staunte,und lernte an dem Geheimnisse der Liebe. Da siel es ihm vonseinem Auge wie Schuppen; da schwanden die Schatten derUnwissenheit und ihre Unholde hin; da ging über dem Innernder Schöpfung für ihn der Tag auf, der volle, heitere, seligeTag, und Entzücken war seine Morgenröthe. Aber noch bebteheimlich jeder Nerve in ihm von Mitleiden und Wehmuth;die kämpfenden Gefühle vermischten sich, und neue Thränen-güsse quollen auf seine Wange herab. — O du, rief er jetzt aus,indem sein Knie in die zitternde Wolke stürzte, und Arm undAuge sich froh empor hoben zum Himmel: 0 du, den ich suchtevon meiner Kindheit an, und der sich mir jetzt entwolkt, wieer ist, als ganz Huld, ganz Erbarmen und Liebe; du, meinVater und nicht mein Richter! und aller deiner Geschöpfe Va-ter! und aller deiner zahllosen Welten Vater! Gott! Gott!der du mir Ernten des Heiles zeigest, auch wo meine Thorheit