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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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keit eurer Pflicht genugsam vor Augen haben möchtet! Bedenkt,daß Gott euch die Gelegenheit zur Erkenntniß und Wissen-schaft bereitet hat und darbiethet; aber auch, daß ihr ihm Re-chenschaft dafür schuldig seyd, wie sie von euch angewendetworden. Diese eure Jahre der Jugend, freylich von einerSeiteJahre der Gefahr und der verderblichsten Abwege, aber auchauf der andern Seite die bequemste Zeit zu eurer Bildung undzur Gründung eures zukünftigen Glückes; diese Jahre müssenes entscheiden, was aus euch werden soll. Lasser es euch Ernstseyn, euch den Unterricht nutzbar zu machen, der euch gege-ben wird. Machet kein bloßes Spiel aus den Wissenschaften,und setzet das, was etwa nur den Geist schmücken und belusti-gen kann, nicht in die Stelle gründlicher Kenntnisse, von wel-chen allein wesentliche lzgd gemeinnützige Vcrtheile zu erwartensind. Vor allen Dingen vergesset nicht, daß alle Einsichten,die ihr erlangen wöget, doch ihren besten Werth nur davonhaben, wenn sie euch zu guten Menschen machen, wenn sieeure Unschuld bewahre» helfen, wenn sie euch zu Gott führen,so daß ihr einmahl in einem höher» Alter eures Lebens, miteinem unbeschwerten Gewissen auf eure wohlgebrauchte Jugend-zeit zurück sehen könnt.

Die Kunst, sein Leben zu genießen.

Don Marezoll.

Sein Leben genießen, seines Lebens recht froh werden,dieß will und sucht jeder; dieß ist insbesondere der laute vonallen Seiten wiederhallende Lieblingswunsch unserer Tage. SeinLeben genießen, seines Lebens recht froh werden, dieß kannund soll auch jeder; dieß ist die Bestimmung aller empfinden-den und insbesondere aller vernünftigen, der Glückseligkeit em-pfänglichen Wesen. Hier vereinigt sich die Stimme des Schö-pfers mit der Stimme seiner Geschöpfe; und wenn sich diesenach Genuß sehnen, so fordert er sie durch den Ruf der Naturund der Religion in jedem Alter und in jeder Lage ihres Le-bens selbst zum Genüsse auf. So fruchtbar die Natur an Schön-