folgende ein. Lesen Sie wichtige Bücher/ besonders die elasti-schen und historischen Schriftsteller, im Anfänge ihrer Studiennie anders als mit der Feder in der Hand; d. h., zeichnen Siesich Alles, was Ihnen bemerkenswerth vorkommt, hauptsächlicheigene Gedanken, die Ihnen darüber beyfallen, fleißig auf,am besten ist es, unter gewisse Titel, wo man sie leicht wiederfinden kann; und legen Sie diese in eine systematische Ordnung,wodurch Ihnen das Studium derjenigen Wissenschaft, wozudas Ercerpt gehört, leicht und unvermerkt geläufig wird. Sieüben dadurch nicht nur ihre Schreibart in paffendem und leich-tem Ausdrucke der Gedanken, und ihren Geist im Aufmerkenund Prüfen, sondern Sie sammeln sich einen Schatz von lehr-reichen Bemerkungen, die Ihnen im gemeinen Leben und über-all zur vernünftigen Schätzung der Dinge und echten Lebens-weisheit unendlich vortheilhasl seyn werden.
Nach jeder wichtiger,! Lectüre üben Sie sich, sich's mitandern Worten zu sagen, was Sie eigentlich gelesen und gelernthaben. Wo es unmöglich ist, einen Gedanken oder wenigstensdas Resultat desselben mit andern Worten, als in der Terminolo-gie des Verfassers, zu sagen, da ist's fast allemahl bloß Wortspiel.
Wenn Sie nicht gerade eine besondere Materie durchstu-diren wollen, so wechseln Sie mit ihrer Lectüre ab, zwischenGeschichtsschreibern, Philosophen, Moralisten, Dichtern u. A.,um nicht einförmig zu werden, und um verschiedene Arten vonDarstellung kennen zu lernen.
Den Büchern von wichtigem Inhalte, die Sie zum ei-gentlichen Unterrichte lesen, widmen Sie die besten und hei-tersten Stunden des Tages; denen, die nur zum Vergnuh«<^sind, nur so viel, als von jenen übrig bleibt. So gemein dieseRegel scheint, so nöthig ist eine Erinnerung an dieselbe. Dasgewöhnliche Lesepublicum liest im Grunde fast gar nicht mehrzu». Unterrichte, sondern bloß zum Zeitvertreibe; und weil die-ser viel Abwechslung erfordert, so bleibt selten etwas Reellesim Kopfe, oder es wird sogleich wieder von andern Ideen ver-drängt und weggewischt.
Philosoph. Abtheil. VI. Band. A a