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weil sie Versuche zum Gebrauche von Kräften sind, rufe derFrohe der frohen Versammlung: Wir sind unsterblich!
Über die Art, wie man studiren muß.
Don I. G. Müller.
Um weder zu arm an Kenntnissen, noch zu überladen vondenselben zu werden, so stellen Sie sich, mein Freund, nur vonZeit zu Zeit den Zweck, zu welchem Sie die Wissenschaften stu-diren wollen, recht lebhaft vor; der sey ihr Leitstern. Er wirdSie nicht nur gegen schändliche Verirrungen und Abschweifun-gen verwahren, sondern Ihnen auch für die eigene Bearbei-tung derselben das rechte Licht aufstecken. Treiben Sie nurdie Gelehrsamkeit mit einem freyen Geiste, und wählen Siesich aus jeder Wissenschaft nur das Schönste, Beste, für SieTauglichste: das andere lassen Sie, ohne es zu verachten, fürAndere liegen. Ihr Zweck sey nie (wozu eben nicht viel erfor-dert würde), mit Vielwisserey sich unter ihres Gleichen aus-zuzeichnen, sondern ihren Geist zu bilden und zu üben, Erfah-rungen Anderer mit den ihrigen zu verbinden, ihre Grundsätzedadurch zu reinigen, zu stärken, zu bereichern, damit sodanndurch diese ihr Betragen desto sicherer geleitet, und einst ihreWirksamkeit zum Besten des Ganzen erweitert werde.
Wenn Sie sich auch, mein hoffnungsvoller Freund von dem,was Sie für ihre eigene Ausbildung künftig thun, und wieSie überhaupt seyn wollen, ein recht glänzendes Ideal mach-ten, und mit Enthusiasmus das Werk anfingen, so würde ichdarüber nicht erschrecken. Sie müssen eine große Form in derSeele haben, der Sie nachstreben. Eine solche ist in ihren Jah-ren nützlich und fast nölhig, wenn Sie vom Flecke kommensollen. Sie wird Sie anspornen; und wenn das Ziel auch im-mer vor Ihnen zu weichen scheint, so werden Sie doch ohneVergleich weiter kommen, als die, welche gar keines vor sichsehen, als etwa ein Stück Brod.
Über das Lesen gebe ich nicht gerne viele Regeln. Siewerden doch nicht beobachtet, und schränke mich also nur auf