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handelt, als da, wo sie seinem Willen vorgreifen will, erfah-ren, daß er ihr Herr ist. Unter seiner strengen Zucht wird alsodie Sinnlichkeit unterdrückt erscheinen, und der innere Wider-stand wird sich von außen durch Zwang verrathen. Eine solcheVerfassung des Gemüthes kann aber der Schönheit nicht gün-stig seyn, welche die Narur nicht anders als in ihrer Freyheithervorbringt, und es wird daher auch nicht Grazie seyn können,wodurch die mir dem Stoffe kämpfende moralische Freyheit sichkenntlich macht.
Wenn hingegen der Mensch, unterjocht vom Bedürfnis;,den Naturtrieb ungebunden über sich herrschen laßt, so ver-schwindet mit seiner inner» Selbstständigkeit auch jede Spurderselben in seiner Gestalt. Nur die Thierbeit redet aus demschwimmenden ersterbenden Auge, aus dem lüstern geöffnetenMunde, aus der erstickten bebenden Stimme, aus dem kurzengeschwinden Athem, aus dem Zircern der Glieder, aus dem gan-zen erschlaffenden Bau. Nachgelassen hat aller Widerstand dermoralischen Kraft und die Natur in ihm ist in volle Freyheitgesetzt. Aber eben dieser gänzliche Nachlaß der Selbstchätigkeit,der im Moment des sinnlichen Verlangens und noch mehr im Ge-nüsse zu erfolgen pflegt, setzt augenblicklich auch die rohe Materiein Freyheit, die durch das Gleichgewicht der thätigen und leiden-den Kräfte bisher gebunden war. Die tobten Naturkräfce fangenan, über die lebendigen der Organisation die Oberhand zu be-kommen, die Form von der Masse, die Menschheit von ge-meiner Natur unterdrückt zu werden. Das seelenstrahlende Augewird matt, oder quillt auch gläsern und stier aus seiner Höh-lung hervor; der feine Inkarnat der Wangen verdickt sich zueiner groben und gleichförmigen Tüncherfarbe; der Mund wirdzur bloßen Öffnung, denn seine Form ist nicht mehr Folge ver-wirkenden , sondern der nachlaffenden Kräfte; die Stimme undder seufzende Athem sind nichts als Hauche, wodurch die er-schwerte Brust sich erleichtern will und die nun bloß ein me-chanisches Bedürfnis;, keine Seele verrathen. Mit Einem Worte:boy der Freyheit, welche die Sinnlichkeit sich selbst nimmt, ist
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