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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Reihe der Schlüffe hergeleitet habe», können sie dieselben alsihr Eigenthum und als eigentlich philosophische Kenntnisse be-trachten.

Dagegen ist aber auch hier kein solcher Fortgang, keinesolche immerwährende Erweiterung der Kenntnisse möglich, alsin der Mathematik. Jeder spätere Erfinder in der Philosophiefängt immer wieder von vorne an, und bleibt fast eben dastehen, wo seine Vorgänger endigten.

Dieser Umstand ist es, der die Philosophie in den Augender flüchtig Urtheilenden herab zu würdigen scheint. Aber beyeiner genauen Betrachtung kann er unsere Achtung für sie nichtvermindern. Es ist wahr, daß wir in der Metaphysik und Mo-ral auf die Erfindung der Vorzeit nicht so fortbauen, unddurch deren Hülfe zu so sich erweiternden Aufschlüssen gelangenkönnen, als in der Mathematik.

Indessen sind eben diese so mangelhaft scheinenden und derErweiterung so wenig fähigen Kenntnisse, die uns die Philosophieüber ihre Gegenstände gibt, gerade diejenigen, die uns zu ver-nünftigen und zu guten Menschen machen: vorausgesetzt, daßwir sie durch Empfindung und Verstand gleichsam selbst ergrif-fen, und sie aus den eigenthümlichen Eindrücken der Naturauf unsere Sinne, und aus den Wahrnehmungen unserer be-sonder» Seelenzustände, durch eigenes Nachdenken entwickelthatten. Der endlichen Aufschlüsse, die wir bey diesem Nach-denken gewinnen, sind freylich nur wenige. Der schwerste undtiefsinnigste Theil der Philosophie ist freylich mehr damit be-schäftigt , alte Jrrthümer oder schwache Beweise niederzu-reißen, als neue Wahrheiten fest zu setzen, und stärkere Be-weise zu erfinden. Selbst nachdem sie durch Wegwerfungaller eingebildeten Kenntnisse ihre Sätze vereinfacht hat, sinddiese doch nur in einem hohen Grade wahrscheinlich geblieben,nicht apodictisch gewiß geworden. Aber nichts desto weniger istdie Arbeit, die wir anwenden mußten, um zu diesen wenigenResultaten zu gelangen, und die, durch welche wir uns ihreGründe immer wieder von neuem deutlich zu machen suchen,