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ob solche Zusammensetzungen sich entweder in der Natur reali-sirt antreffen, oder von uns realisiren lassen, liegt für denMenschen überhaupt und sür die bessern Kopse insbesondere einunnennbares Vergnügen, noch großer selbst als das, welchesdie durch die mannigfaltigsten und glänzendsten Gegenständebeschäftigten Sinne, und die in den anmuthigsten Bildernherum schweifende Imagination, gewahren.
Keine Wissenschaft gibt es vielleicht, die dieses Vergnü-gen in einem so hohen Grade, auf eine so lange Zeit und soununterbrochen in dem Geiste des Menschen zu unterhaltenvermag, als es die Mathematik bey ihren Eingeweihten thut.Nirgends sind die Reihen der zu verknüpfenden Ideen so lang;nirgends sind die Zusammensetzungen so künstlich ; nirgends füh-ren sie zu so befriedigenden Schlußfolgen. Keine Wissenschaftist so unerschöpflich, als die Mathematik; keine erlaubt so weiteFortschritte. Daher gibt es auch vielleicht unter den Gelehrtenkeine zufriedener« und glücklicher» Menschen, als die Mathe-matiker. Mehr noch, als andere Gelehrte von den Dingen die-ser Welt entfernt und weniger von ihnen abhängig; nie durchdie Gegenstände ihrer Untersuchungen auf Gedanken geführt,welche Begierden erwecken, oder Leidenschaften Nahrung ge-ben können: halten sie sich ganz an das reine Vergnügen desVerstandes, das Vergnügen zu denken, und sind durch dasselbeallein befriedigt.
Doch diesen Grad geistiger Glückseligkeit genießt durchdie Mathematik derjenige nicht, welcher sie bloß lernt, unddas, was Andere in ihr erfunden haben, nur zu verstehen sichbegnügt; worauf, bey dem weiten Umfang dessen, was schonin dieser Wissenschaft erfunden ist, sich jetzt selbst die meistenLehrer derselben einschränken müssen.
Zwar hat auch die Beschäftigung des Lernenden in derMathematik ihren großen und ihren eigenthümlichen Reiz. Esist in derjenigen Anwendung der Denkkraft, welche zu den ma-thematischen Untersuchungen gehört, etwas von einer mechani-schen Festigtest. Am meisten findet sich dasselbe bey der alge-