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Cultur mitbringt, nimmt seinen Ursprung in dem Dunkel desalten Ägyptens, zieht sich von da über Griechenland und Rom,und breitet sich endlich über alle Lander Europens aus. Tau-send feinere Faden laufen in der Weltgeschichte von allen Sei-len zusammen, um jene große» Hauptfaden zu spinnen. Fastalle merkwürdige Personen — fast alle des Aufbehaltenü wür-dige Begebenheiten der Vorwelt trugen etwas dazu bey, diesedoppelte Gestaltgebung unsers jetzigen Menschenlebens, unserereligiöse und unsere wissenschaftliche Cultur — die nun allmahligsich zu Einer gemeinschaftlichen Cultur vereinigt, zu vollenden.
Wer nun diese Beziehung aller mit dem menschlichen Ge-schlechts vorgegangenen Veränderungen auf sich selbst und sei-nen gegenwärtigen Zustand einsiehr, und es mit einer gewissenAnschaulichkeit gewahr wird, daß Jahrtausende, und die wäh-rend derselben ununterbrochen fortlaufenden Handlungen undSchicksale der Staaten und einzelnen Personen, daran gear-beitet haben, ihn zu einem solchen Menschen zu machen, alser in diesem Augenblick ist, — ihm diejenige Vollkommenheitzu verschaffen, welche er besitzt: wie könnte er gleichgültig undohne Vergnügen den Unterricht der Geschichte empfangen, eswäre denn, daß er sein eigenes Selbst mit Gleichgültigkeit be-trachtete.
Das große Räthsel, wie die Welt entstanden sey, undwas aus ihr werden soll, wird zwar nie völlig aufgelöst wer-den. Aber es ist doch der würdigste Gegenstand der menschlichenNaturforschungen. Und wenn wir irgendwo Aufschlüsse oderwenigstens Anlässe zum Nachdenken darüber finden können, soist es in der Vergleichung dessen, was die Welt ehedem warund was sie jetzt ist; und in der Beobachtung der Stufen,durch die sie aus dem einen Zustande in den andern übergegan-gen ist. — Ist es Beschäftigung des Geistes, die wir suchen? —Hier finden wir mannigfaltigen Stoff, Gedächtnis;, Scharf-sinn, Witz und urtheilenden Verstand zu üben. Ist es teil-nehmende Empfindung oder aus Selbstliebe entstehende Leiden-schaft, durch die wir angezogen seyn wollen? Alle Gegenstände