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Über die Hypochondrie.
Von Ebendemselben.
Die Schwäche, sich seinen krankhaften Gefühlen über-haupt, ohne ein bestimmtes Object, mnthlos zu überlasten(mithin, ohne den Versuch zu machen, über sie durch die Ver-nunft Meister zu werden — die Grillenkrankheit, k)-pocüonstria vaga), welche gar keinen bestimmten Sitz im Kör-perhat, und ein Geschöpf der Einbildungskraft ist, und daher auchdie dichtende heißen könnte, wo der Patient alle Krankhei-tön, von denen er in Büchern liest, an sich zu bemerken glaubt,ist gerade das Widerspiel jenes Vermögens des Gemüths, überseine krankhafte Seele Meister zu feyn, nahmlich Verzagtheitüber Übel, welche Menschen zustoßen könnten, zu brüsten,ohne wenn sie kämen, ihnen widerstehen zu können; eine Artvon Wahnsinn, welchen freylich wohl irgend ein Krankheitsstoff(Blähung oder Verstopfung) zum Grunde liegen mag, deraber nicht unmittelbar, wie er den Sinn afficirt, gefühlt, son-dern als bevorstehendes Übel von der dichtenden Einbildungs-kraft vorgespiegelt wird; wo dann der Selbstguäler, statt sichzu ermannen, vergeblich die Hülfe des Arztes ansucht, weilnur er selbst, durch die Diätetik seines Gedankenspiels, belästi-gende Vorstellungen, die sich unwillkührlich einfinden, undzwar von Übeln, wider die sich doch nichts veranstalten ließe,wenn sie sich wirklich einstellten, aufheben kann.
Über moralisches Selbstgefühl und Eigen-dünkel.
Von D. Jenisch.
Echtes moralisches Selbstgefühl macht den Menschen niestolz in dem tadelhaften Sinne des Wortes: denn gerade die-ses Selbstgefühl lehrt ihn ja, jedes seiner vernünftigen Mit-wesen als mit denselben großen Kräften und Anlagen be-gabt schätzen. Eben so wahr als fein empfunden ist daherK a n t's Bemerkung, über die besondere Mischung von Edel-